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Kohlendioxid - Emissionen 1995

Datengrundlage

Kohlendioxid-Emissionen werden grundsätzlich nicht gemessen, sondern über den Verbrennungseinsatz der verschiedenen Energieträger errechnet. Insofern unterscheiden sich die CO2-Emissionen von den klassischen Luftschadstoffen (Schwefeldioxid, Stickoxide etc.), für die zumindest direkte Meßdaten aus den großen Verbrennungsanlagen vorliegen. Auch für die CO2-Karte bilden damit Energieverbrauchsdaten die wesentliche Grundlage.

Die vorliegenden Daten zum Energieverbrauch in Berlin stehen mit der Berliner Energiebilanz traditionell sektoral, aber nicht räumlich differenziert zur Verfügung. Aus anderen Datenquellen stehen zwar Energieverbrauchsdaten räumlich differenziert, dafür aber nur für ausgewählte Sektoren bzw. Energieträger zur Verfügung:

  • Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie liegen Daten zum Energieeinsatz in genehmigungsbedürftigen Anlagen vor, die der Senatsverwaltung von den Anlagenbetreibern zur Verfügung gestellt werden müssen.
  • Von der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr wurde in den vergangenen Jahren der Energieverbrauch einer Vielzahl öffentlicher Gebäude systematisch erfaßt.
  • Von der BEWAG wurden die Stromabsatzdaten in ihrer räumlichen Verteilung – unter Berücksichtigung der Datenschutzerfordernisse, d.h. aggregiert – zur Verfügung gestellt.

Alle anderen Energieverbrauchsdaten mußten auf der Grundlage verschiedenster Strukturdaten ermittelt werden. Hierzu konnte auf folgende Daten zurückgegriffen werden:

  • Im Umweltinformationssystem (UIS) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie stehen Informationen zur Flächennutzung (Wohngebiete, Gewerbe-/Industriegebiete, Gemeinbedarfsflächen etc.), differenziert nach einer Flächennutzungssystematik mit insgesamt 60 Nutzungstypen, in hoher räumlicher Auflösung zur Verfügung (vgl. Karte 06.07, SenStadtUmTech 1996a, 1996e).
  • Ebenfalls aus dem UIS liegen Daten zur Struktur der Raumwärmeversorgung nach Energieträgern sowie zu den jeweils beheizten Flächen bei Wohn- und anderen Nutzungen vor (vgl. Karten 08.01 und 08.02, SenStadtUmTech 1996c/d, 1996g/h).
  • Vom Landeseinwohneramt wurden die räumlich differenzierten Daten zu den (gemeldeten) Einwohnern zur Verfügung gestellt.
  • Aus dem Hausbrandkataster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie konnte die räumlich differenzierte Zahl der Wohnungen ermittelt werden.
  • Aus den Förderprogrammen für die Gebäudemodernisierung ist ein Teil derjenigen Gebäude räumlich lokalisierbar, in denen Modernisierungsmaßnahmen – mit entsprechenden Energiespareffekten – vorgenommen wurden.
  • Schließlich standen Daten des Landesamtes für Arbeitsschutz zur Verfügung, nach denen die Zahl der Arbeitsplätze in ihrer Spezifikation nach Wirtschaftszweigen räumlich zuordenbar war.
  • Für die Erarbeitung der Datengrundlagen für die CO2-Karte standen, neben den beschriebenen Energieverbrauchs- und Strukturdaten, auch die CO2-Emissionen des Verkehrs im Haupt- und Nebennetz zur Verfügung, die bereits mit der Erstellung des Emissionskatasters Verkehr ermittelt wurden (vgl. Karte 07.01, SenStadtUmTech 1996b, 1996f).

Abbildung 2 zeigt die Verknüpfung der verschiedenen Datenquellen, mit denen die räumlich differenzierten CO2-Emissionen ermittelt wurden. Die weiß unterlegten Felder zeigen diejenigen Datenquellen, die als Grundlage für die CO2-Ermittlung zur Verfügung gestellt werden konnten. Grau unterlegt sind diejenigen Daten, die aus den genannten Struktur-, und Verbrauchsangaben sowie den verschiedenen Kennziffern (spezifische Energieverbrauchswerte, Emissionsfaktoren etc.) speziell für die CO2-Karte berechnet wurden.

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Abb. 2: Datenquellen und ihre Verknüpfung
Bild: Öko-Institut 1994

Über die Strukturdaten und entsprechende Energieverbrauchskennziffern (z.B. Energieverbrauch je Quadratmeter Wohnfläche, Energieverbrauch je Arbeitsplatz etc.) wurden – wo nötig – für die verschiedenen Verbrauchssektoren Energieverbrauchsdaten berechnet. Diese Kennziffern wurden aus unterschiedlichen Quellen zusammengestellt bzw. ermittelt.

Soweit als möglich wurde auf für Berlin spezifische Werte zurückgegriffen bzw. noch weitere Differenzierungen (z.B. Ost/West) vorgenommen. Nach einem Abgleich der aus unterschiedlichen Quellen gewonnenen sektoralen Energieverbrauchsdaten (Private Haushalte, Öffentliche Einrichtungen, Verarbeitendes Gewerbe und Sonstige Verbraucher sowie Stromverbrauch), mit dem Doppelzählungen eliminiert wurden, konnte aus Energieverbrauch und brennstoffspezifischen Emissionsfaktoren die jeweilige Emission errechnet werden.