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Blei und Cadmium im Boden 1991

Methode

Lage und Nutzung der Beprobungsorte

Die dargestellten Messpunkte kennzeichnen die Lage des beprobten Standorts, im Falle der Rieselfelder im Süden Berlins und der Landwirtschaftsflächen den Mittelpunkt des beprobten Rieselfeldschlages bzw. der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Für jeden der dargestellten Standorte wird die zum Zeitpunkt der Probenahme vorhandene Nutzung angegeben. Unterschieden wird zwischen Kleingärten, Hausgärten, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Gartenbaubetrieben, aktuellen und ehemaligen Rieselfeldern, Forsten, Grün- und Freiflächen, Spielplätzen sowie sonstigen Nutzungen. Messdaten für Grün- und Freiflächen wurden sowohl in größeren Parkanlagen als auch im Begleitgrün anderer Nutzungen (z.B. auf Schulstandorten) ermittelt.

Beprobungstiefen

Dargestellt sind ausschließlich Messwerte, die die Blei- bzw. Cadmiumgehalte der obersten Bodenzentimeter dokumentieren.

Sofern an einzelnen Standorten auch tiefere Bodenschichten untersucht worden sind, wurden diese Messwerte nicht berücksichtigt. Die Mehrzahl der Werte repräsentiert Mischproben der obersten 20 Bodenzentimeter, für einen Teil der Rieselfelder im Nordosten Berlins der obersten 30 cm.

Im Bereich der Forsten liegt die Beprobungstiefe zwischen 5 und 35 cm. Angegeben ist der Schwermetallgehalt des obersten mineralischen Bodenhorizonts. Schwermetallgehalte der Streuauflage werden nicht dargestellt. Bei Spielplätzen wird der Schwermetallgehalt des obersten untersuchten Bodenhorizonts bzw. der verwendeten Oberflächenbeläge dargestellt. Alle Werte beziehen sich auf Materialien, die innerhalb der ersten 10 Bodenzentimeter anstehen. Schwermetallgehalte des Spielsandes werden nicht angegeben. Für Klein- und Hausgärten sowie Gartenbau- und Landwirtschaftsflächen liegen pro Standort zumeist mehrere Werte aus unterschiedlichen Jahren bzw. für verschiedene Aufschlussmethoden vor. Dargestellt wird jeweils der höchste ermittelte Blei- bzw. Cadmiumgehalt, da dieser Wert Anlass sein kann, Maßnahmen zur Melioration oder Sanierung zu prüfen.

Aufschlussmethoden

Beim direkten Vergleich der ausgewiesenen Messwerte ist zu berücksichtigen, dass bei der Analyse unterschiedliche Extraktionsmittel zum Aufschluss der Bodenproben verwendet worden sind (vgl. Tab.1). Messwerte, die im 1,5 N HNO3-, 2 M HCl- bzw. Königswasseraufschluss ermittelt wurden, erfassen etwa 80-90 % des Gesamtschwermetallgehalts. Für einen Teil der Proben in den Berliner Forsten, die Mehrzahl der Werte im Bereich von Grünanlagen und für Messpunkte in Schöneweide wird der Gesamtgehalt (HF/HClO4-Aufschluss) angegeben.

Richtwerte

Mit zunehmender Kenntnis über Ausmaß und Wirkung der Schwermetallbelastung von Böden zeigt sich, dass Messergebnisse immer nur schutzgut- und nutzungsspezifisch bewertet werden können. Entsprechend differenzierte Richtwertkataloge werden zurzeit diskutiert (LAGA 1990, Eickmann & Kloke 1991, LÖLF 1988).

Ausgehend von dieser Diskussion wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Richtwerte für die Beurteilung von Bodenbelastungen in Klein- und Hausgärten (SenStadtUm 1991a) bzw. für die Einschätzung der Belastung landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzter Böden (SenStadtUm 1991b) erarbeitet. Von der Senatsverwaltung für Gesundheit wurden zudem Bewertungskriterien für Bodenkontaminationen auf Spielplätzen herausgegeben (SenGes 1991). Alle genannten Richtwertkataloge beurteilen eine mögliche Gefährdung oberflächlicher Nutzungen und orientieren sich an der Notwendigkeit, Bewertungsergebnisse in konkretes Verwaltungshandeln umzusetzen.

Die in den Karten ausgewiesenen Gehaltsstufen entsprechen den in Tab.2 aufgeführten Richtwerten, so dass für Standorte zutreffender Flächennutzung konkrete Empfehlungen zum Umgang mit den dargestellten Belastungen abgeleitet werden können. Die für die übrigen Nutzungen angegebenen Messwerte können nur im Vergleich zu den natürlichen Schwermetallgehalten Berliner Böden interpretiert werden.

Tab. 2: Richtwerte zur Bewertung der Blei- bzw. Cadmiumbelastung von Böden
Tab. 2: Richtwerte zur Bewertung der Blei- bzw. Cadmiumbelastung von Böden
Bild: Umweltatlas Berlin