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Radioaktivität im Boden (Cäsium-134 und Cäsium-137) 1991

Zusammenfassung

Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am 26. April 1986 zeigt bis heute Auswirkungen. Über mehrere Wochen hinweg wurden im Anschluss an die Katastrophe im Kernkraftwerk unter anderem radioaktives Cäsium-134 und Cäsium-137 freigesetzt. Durch Fallout und Washout, also herabfallenden radioaktiven Staub und Regen, gelangten die Stoffe schließlich in den Boden – und das Tausende Kilometer vom Unfallort in der Ukraine entfernt.

In Deutschland waren Bayern, das südliche Thüringen und Teile Baden-Württembergs besonders stark betroffen. Hier sind bis heute Waldfrüchte und -pilze sowie das Fleisch von Wildtieren belastet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) noch 2018 berichtete.

Auch in Berlin lagerte sich radioaktives Cäsium im Boden ab. Vier Karten des Umweltatlas zeigen die Belastung vor und direkt nach dem Reaktorunfall sowie am 1. Mai 1987 und am 1. Mai 1991. Während Cäsium-134 fünf Jahre nach der Katastrophe schon um etwa 80 Prozent abgebaut war, waren zum selben Zeitpunkt noch etwa 90 Prozent des Cäsium-137 im Boden nachweisbar. Weil es sich so langsam abbaut, können bis heute Waldfrüchte, -pilze und -tiere, die auf ungestörten, humusreichen Waldböden der Stadt leben oder wachsen, erhöhte Strahlenwerte aufweisen.

Dies ist auch ein Grund, warum für Berlin Daten über Strahlenwerte bereits für die Zeit vor dem Reaktorunfall in Tschernobyl vorlagen: In den 1950er- und 1960er-Jahren haben die Atommächte USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und China in verschiedenen Gebieten der Erde oberirdische Kernwaffenversuche durchgeführt. Dabei wurde unterschiedlich viel Strahlung verursacht – die galt es zu überwachen.