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Blei und Cadmium in Pflanzen 1991

Einleitung

Die Aufnahme von Schwermetallen über die Nahrung hat einen wesentlichen Anteil an der Gesamtbelastung des Menschen. Die in Nahrungs- und Futterpflanzen angereicherten Schwermetalle werden vom Menschen direkt bzw. indirekt über die Nahrungskette aufgenommen und zum Teil im menschlichen Körper akkumuliert.

Blei und Cadmium gehören zu den am meisten verbreiteten Schwermetallen und sind zudem als besonders toxisch anzusehen. Werden bestimmte Toxizitätsschwellenwerte überschritten, kann z. B. Cadmium Funktionsstörungen der Nieren verursachen, und einige Befunde deuten auf eine kanzerogene Wirkung hin (Merian 1984). Blei weist eine demgegenüber geringere Toxizität auf. Dennoch wurden beispielsweise bei Kindern mit einem besonders hohen Blutbleiwert Hemmungen bestimmter Enzyme nachgewiesen (Scheffer/Schachtschabel 1989). Beide Elemente verursachen bei besonders belasteten Pflanzen Wachstumsstörungen und Mindererträge.

Die für den Einzelnen aus dem Verzehr belasteter Nahrungsmittel resultierenden gesundheitlichen Risiken können allerdings nur individuell, in Abhängigkeit von den Ernährungsgewohnheiten, den Belastungsfaktoren, die sich im übrigen Lebensumfeld ergeben (z. B. Rauchen, Arbeitsplatz) sowie von der körperlichen Disposition bestimmt werden.

Ziel einer vorsorgenden Umweltpolitik muss es sein, Schadstoffeinträge in Flächen, die für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln genutzt werden, zu vermeiden bzw. die Schadstoffakkumulation in Pflanzen an belasteten Standorten durch eine angepasste Bodenbewirtschaftung und Auswahl geeigneter Pflanzen möglichst gering zu halten. Die Kenntnis der Belastung der im Ballungsraum Berlin angebauten Nahrungs- und Futterpflanzen ist eine notwendige Voraussetzung für eine entsprechende Beratung der Flächennutzer.