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Grundwasserabhängige Ökosysteme 2003

Datengrundlage und Methode

Die Ermittlung grundwasserabhängiger Ökosysteme erfolgte durch Verschnitt mehrer thematischer Karten.

Die Erfassung von grundwasserabhängigen Land-Ökosystemen stützt sich auf vorhandene Daten des Umweltatlas Berlin (Karte 05.02 Vegetation, Ausgabe 2000 und Karte 05.03 Wertvolle Flächen für Flora und Fauna, Ausgabe 1995). Soweit vorhanden, wurden die Daten anhand aktueller Biotopkartierungen überprüft.

Die Grundwasserstandsverhältnisse wurden der Karte Flurabstand des Grundwassers / Flurabstände Mai 2002 entnommen (siehe Karte 02.07, Ausgabe 2003).

Die Zuordnung von Vegetations- und Biotoptypen zu ihrer Grundwasserabhängigkeit erfolgte zunächst anhand eines methodischen Leitfadens zur Typisierung und Lokalisation grundwasserabhängiger Ökosysteme. Den Leitfaden hat der Erftverband im Auftrag der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) erstellt mit dem Ziel eine praxistaugliche und in Deutschland allgemeingültige Erfassungsmethode anzubieten. Der Leitfaden stützt sich auf die Standartbiotoptypenliste des Bundesamtes für Naturschutz und bewertet alle Standartbiotoptypen hinsichtlich ihrer Grundwasserabhängigkeit.

Die Liste des Erftverbandes klassifiziert die Biotoptypen in “immer grundwasserabhängige” und “je nach Ausprägung grundwasserabhängige” Biotope. Als immer grundwasserabhängige Biotope in Berlin wurden auf dieser Grundlage Vegetations- oder Biotoptypen aus den Umweltatlas-Karten Vegetation (05.02) und Wertvolle Flächen für Flora und Fauna (05.03) erfasst, die als Feuchtgebiete direkt angesprochen werden können. Zusammengefasst in Biotopgruppen sind dies Quellen- und Quellhänge, Röhrichte, Moore, Feucht- und Frischwiesen und Wälder feuchter und frischer Standorte.

Andere Typen, die je nach Ausprägung grundwasserabhängig sein können, wurden einer weiteren Bewertung unterzogen.

Die Kenntnis der Flurabstände ermöglicht eine Einschätzung, an welchen Standorten Grundwasser Einfluss auf die Vegetation hat. Der Einfluss des Grundwassers auf die Vegetation hängt von der Durchwurzelungstiefe der einzelnen Pflanze und, je nach Bodenart, vom kapillaren Aufstiegsvermögen des Grundwassers ab. Der Grenzflurabstand, bei dem Grundwasser bis zu einem gewissen Grad für Bäume nutzbar sein kann, wird für Berliner Verhältnisse im allgemeinen mit 4m angegeben. Die Vegetation der Feuchtgebiete ist in ihrem Wasserbedarf meist auf das Grundwasser angewiesen und benötigt einen Flurabstand von weniger als 50 cm.

Durch Verschneidung der Wälder sowie Parkanlagen und Friedhöfe mit altem Baumbeständen und den Bereichen, die einen Flurabstand bis 4 m aufweisen, wurden die grundwasserabhängigen Wälder und waldartigen Bestände ermittelt.

Für andere Biotop- und Vegetationstypen, wie zum Beispiel Brachen oder Kies- und Sandgruben, die je nach Ausprägung grundwasserabhängig sein können, wurde unter fachlicher Beratung durch den Landesbeauftragten für Naturschutz und Landespflege eine Einzelflächenbewertung vorgenommen. Neben konkreten Ortskenntnissen kamen bei dieser Bewertung die Grundlagen des Landschaftsprogramms, Luftbilder und die Karte Flurabstand des Grundwassers zum Tragen. Im Ergebnis wurden einzelne Flächen der Karte Vegetation als grundwasserabhängig dargestellt. Die Vegetationstypen, bei denen grundwasserabhängige Einzelflächen vorkommen, sind in Tabelle 1 durch den Zusatz “z.T.” gekennzeichnet.

Sämtliche Seen und Teiche aus der amtlichen Gewässerkarte, die nicht wesentlich durch Einleitungen aus der Regenwasserkanalisation oder durch Fließgewässer gespeist werden, sind als grundwasserabhängige Gewässer dargestellt. Hier kann unterstellt werden, dass der Wasserstand in diesen Seen vorrangig durch den korrespondierenden Grundwasserstand gesteuert wird. Zusätzlich sind durch Kiesabbau entstandene Seen dargestellt, die auch vom Grundwasser gespeist werden.

Details können der Tab. 1 entnommen werden. Die Vegetations- und Biotoptypnummern beziehen sich auf die Legenden der Umweltatlaskarten.

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Tab. 1: Grundwasserabhängige Ökosysteme Berlin
Bild: Umweltatlas Berlin