Berlin-DDR: Die Ostalgie Tour

Berlin-DDR: Die Ostalgie Tour

2009 jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 20. Mal und bis heute hat die DDR ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise und tauchen Sie einen Tag lang ein in die Welt des einst real existierenden sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaats. Unsere Tour führt Sie an 26 Orte: entlang der Karl-Marx-Allee, dem längsten Baudenkmal stalinistisch-neoklassizistischer Architektur, vorbei am Alexanderplatz, dem steingewordenen Entwurf sozialistischer Utopie bis zum ehemaligen Wohnhaus von Erich Honecker. Die Fotostrecke beschreibt die Tour mit Fotos und kurzen Texten, die Sie sich mit einem Klick ausdrucken lassen können. Viel Spaß, ganz nach dem Motto: Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

  • DDR-Nostalgie Tour in 26 Stationen© Lutz Wallroth
    Ein Höhepunkt der DDR-Nostalgie Tour ist das bauliche Ensemble am Strausberger Platz. Lassen Sie sich ein auf das Flair sozialistischer Baukunst der ehemaligen DDR und entdecken Sie mit uns markante Orte der jüngsten Vergangenheit.
  • Station A: Frankfurter Allee© Lutz Wallroth
    Unsere Tour durch die Vergangenheit Ost-Berlins startet am U-Bahnhof Magdalenenstraße im Bezirk Lichtenberg. Wir stehen nun auf der Frankfurter Allee, orientieren uns in Richtung des Fernsehturms und beginnen die etwa 5 km lange Tour bis zum Alexanderplatz, die unterwegs beliebig an einem der unterschiedlichen U-Bahnhöfe abgekürzt werden kann.
  • Station B: Ehemalige Stasi-Zentrale© Lutz Wallroth
    Nach ca. 100 Metern biegen wir nach rechts in die Ruschestraße ab. Dort befindet sich an der Hausnummer 103 das ehemalige Innenministerium der DDR mit der Staatssicherheitszentrale. Das Haus ist heute eine Forschungs- und Gedenkstätte, in der man neben zahlreichen Fotos und Dokumenten auch Gerätschaften betrachten kann, mit denen die Bürger der DDR überwacht wurden. Highlight ist aber das Büro des ehemaligen Stasi-Chefs Erich Mielke. Zu besichtigen ist das Gebäude immer montags bis freitags 11-18 Uhr und am Wochenende zwischen 14-18 Uhr.
  • Station C: Frankfurter Tor© Lutz Wallroth
    Zurück auf der Frankfurter Allee gehen wir nach rechts und folgen dem Straßenverlauf bis zum Frankfurter Tor. Schon von weitem sind die beiden Turmhochhäuser zu erkennen, die wie ein künstliches Stadttor wirken. Die Kuppeln wurden denen des Deutschen und des Französischen Doms am Gendarmenmarkt nachempfunden.
  • Station D: Kino Kosmos© Lutz Wallroth
    Kurz hinter dem Frankfurter Tor sehen wir auf der rechten Seite ein etwas nach hinten versetztes, vom übrigen architektonischen Stil der Straße abweichendes, flaches Gebäude. Hierbei handelt es sich um das Kino Kosmos, das ehemals größte Kino der DDR, das auch bis 1989 noch als Premierenkino genutzt wurde. Heute dient es als Veranstaltungszentrum für Konferenzen.
  • Station E: Karl-Marx-Allee© Lutz Wallroth
    Ab hier eröffnet sich uns ein Blick auf die Karl-Marx-Allee, die ehemalige Prachtstrasse der DDR, der wir nun bis zum Strausberger Platz weiter folgen. Der bis zu 90 Meter breite Boulevard sollte der Regierung als Ort dienen, an dem unter anderen Paraden und Aufmärsche stattfanden. Gesäumt wird sie rechts und links von einer monumentalen Bebauung. Die Mehrheit der Gebäude wurde im stalinistisch-neoklassizistischen, dem sogenannten Zuckerbäckerstil der 50er Jahre errichtet. Durch ihre Bebauung sollte die Straße außerdem die Leistungsfähigkeit des Regimes repräsentieren.
  • Station F: Karl-Marx-Allee© Lutz Wallroth
    Die Allee, die zunächst Große Frankfurter Straße hieß, wurde am 21. Dezember 1949, anlässlich des 70. Geburtstags von Josef Stalin, zusammen mit weiten Teilen der Frankfurter Allee, erst in Stalinallee umbenannt, bevor sie am 13. November 1961 ihren heutigen Namen erhielt.
  • Station G: Karl-Marx-Buchhandlung© Lutz Wallroth
    Auf halber Strecke zum Strausberger Platz führt uns der Weg an zwei interessanten Einrichtungen in der Ladenfront der Häuser auf der linken Straßenseite vorbei. Zuerst stoßen wir auf die Karl-Marx-Buchhandlung, die in Filmen wie "Good Bye Lenin" oder "Das Leben der Anderen" zu sehen war und in der noch bis Februar 2008 die Klassiker der sozialistischen Literatur erhältlich waren.
  • Station H: Café Sybille© Lutz Wallroth
    Nur ein paar Schritte weiter, in der Hausnummer 72, befindet sich das Café Sybille, welches in seinem Inneren bis heute den Charme der damaligen Zeit bewahrt hat und in dem man eine Ausstellung zur Geschichte der "Stalinallee" betrachten kann.
  • Station I: Strausberger Platz© Lutz Wallroth
    Nach etwa 300 Metern sind wir auch schon am Strausberger Platz angelangt. Auch die Ausgänge dieses Platzes sind torartig gestaltet worden. Besonders prägnant sind hier die beiden 14geschossigen Turmhäuser auf der Westseite, die uns einen Blick zum Alexanderplatz und somit auch schon auf die Architektur des zweiten Bauabschnitts der Straße lassen. Auf der linken Seite befindet sich das "Haus des Kindes", das rechte heißt "Haus Berlin". Auf ihrer Westseite tragen sie jeweils eine große Inschrift. So kann man am "Haus des Kindes" ein Zitat aus Goethes Faust lesen. Darüber hinaus war der Platz aber auch einer der Ausgangspunkte für den Arbeiterstreik der zum Volksaufstand am 17. Juni 1953 führte.
  • Station J: Mokka-Milch-Eisbar© Lutz Wallroth
    Kurz nach Verlassen des Strausberger Platzes steht auf der rechten Seite ein Eckgebäude. Es handelt sich um die ehemalige Mokka-Milch-Eisbar, die insbesondere in den 80gern ein beliebter Treffpunkt der Jugend war. Auf dem Plattenbau hinter der Bar sehen wir noch eine alte Leuchtwerbung für die tschechische Automarke Tatra.
  • Station K: Kino International© Lutz Wallroth
    Daneben steht das Kino International, ein Großraumkino, welches wie das Kosmos, bis 1989 als Premierenkino genutzt wurde. Charakteristisch ist besonders die große zur Straße hin offene Glasfront des Kinos. Heute dient es als "Klub International" als Veranstaltungsort für zahlreiche Partys der Berliner Schwulenszene.
  • Station L: Café Moskau© Lutz Wallroth
    Gegenüber wird das Ensemble durch das Café Moskau abgerundet. Das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Haus war in der DDR eines von insgesamt 7 Nationalitäten-Restaurants (u.a. Warschau, Budapest, Praha), die den Gästen einen Einblick in die kulturelle und kulinarische Welt der sozialistischen Bruderländer geben sollte. Mit Ausnahme des Café Moskau wurden alle Restaurants nach der Wende geschlossen. Über dem Schriftzug befindet sich ein Sputnik in Originalgröße, der ein Geschenk des damaligen Botschafters der UdSSR war.
  • Station M: Plattenbauten an der Karl-Marx-Allee© Lutz Wallroth
    Zwischen Strausberger- und Alexanderplatz verändert sich die Bebauung der Allee erneut. Nun dominieren schlichte Plattenbauten das Bild, die zwischen 1959 und 1965 im Stil der „nachgeholten Moderne“ errichtet wurden. In diesem Abschnitt der Straße befanden sich außerdem die Tribünen, auf denen die DDR Regierung die alljährlichen Paraden verfolgte. So auch die letzte zur Feier des 40jährigen Bestehens des Staates im Jahre 1989.
  • Station N: Haus des Lehrers© Lutz Wallroth
    Nun ist es nicht mehr weit zum Alexanderplatz. An der Ecke zur Alexanderstraße sehen wir links ein 12geschossiges, 54 Meter hohes Gebäude in Kastenform, das gänzlich von einem bunten Fries umspannt ist. Es handelt sich um das von 1962 bis 1964 errichtete Haus des Lehrers, das heute ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Der Fries mit dem Titel "Unser Leben" zeigt Motive aus dem gesellschaftlichen Leben der DDR. Das Haus diente als Begegnungsstätte für Pädagogen und beinhaltete außerdem eine Bibliothek. Die leicht dahinter gelegene, mit einer Kuppel bedeckte Kongresshalle, gehört ebenfalls zum Komplex.
  • Station O: Haus des Reisens© Lutz Wallroth
    Schräg gegenüber auf der rechten Seite dominiert ein weiteres Hochhaus die Gegend. Hierbei handelt es sich um das 65 Meter hohe Haus des Reisens. Es wurde zwischen 1969 und 1971 im Zuge der sozialistischen Umgestaltung des Platzes gebaut. Früher waren hier die Hauptdirektion des Reisebüros der DDR und die Zentrale der DDR-Fluglinie "Interflug" ansässig.
  • Station P: Haus der Elektroindustrie© Lutz Wallroth
    Dahinter verläuft wie ein Band das 220 Meter lange, zehngeschossige Haus der Elektroindustrie. Dort befand sich zwischen 1969 und 1990 das Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik der DDR. Heute ist es der Sitz des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Bundesfamilienministeriums. Im Jahr 2000 wurde die Fassade des Hauses erneuert, auf der nun ein großflächiges Zitat aus dem Roman "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin aus dem Jahre 1929 zu lesen ist.
  • Station Q: Alexanderhaus und Berolinahaus© Lutz Wallroth
    Nach dem Überqueren der Alexanderstraße stehen wir nun mitten auf dem Alexanderplatz. Die beiden ältesten Gebäude des Platzes sind das Alexanderhaus und das Berolinahaus, die sich auf der linken Seite des Platzes befinden. Sie wurden 1932 fertig gestellt. Das Alexanderhaus beherbergte zu DDR Zeiten ein Warenhaus, das Berolinahaus die Verwaltung des Bezirks Mitte und ein Postamt.
  • Station R: Weltzeituhr© Lutz Wallroth
    Zwischen beiden Häusern befindet sich einer der berühmtesten Treffpunkte der Stadt, die Weltzeituhr. Die 16 Tonnen schwere Uhr wurde 1969 aufgestellt. Am Boden ist ein Steinmosaik in Form einer Windrose zu sehen. Die Uhr selbst ist ein Zylinder der alle 24 Zeitzonen der Erde darstellt. Die Namen wichtiger Städte sind eingeritzt. Dazwischen liegt der farbig abgesetzte Stundenring und oberhalb der Uhr sieht man zusätzlich eine vereinfachte Darstellung unseres Sonnensystems. Der Stundenring wird noch heute von einem umgebauten Trabantgetriebe bewegt.
  • Station S: Alexanderplatz© Lutz Wallroth
    In der Mitte des Platzes befindet sich der 1970 eingeweihte, farbenfrohe Brunnen der Völkerfreundschaft. Hinter dem Brunnen steht das ehemalige Centrum-Warenhaus, das heute eine Filiale der Galeria Kaufhof beherbergt. Das 1970 fertig gestellte Haus war das größte Warenhaus der DDR. Im Zuge des Umbaus verschwand leider auch die charakteristische weiße Wabenfassade für die das Haus einst berühmt war.
  • Station T: Hotel Park Inn Berlin© Lutz Wallroth
    In seiner Höhe nur noch vom Fernsehturm übertroffen wird das Hotel Park Inn. Das Hotel wurde zwischen 1967 und 1970 gebaut und besticht durch eine öffentliche Aussichtsterrasse auf dem Dach. Das Hotel ist 125 Meter hoch und hieß zur Zeit seiner Eröffnung "Interhotel". Zu DDR-Zeiten wurden hier bevorzugt Delegationen aus den sozialistischen Bruderstaaten untergebracht.
  • Station U: Fernsehturm© Lutz Wallroth
    Zwar nicht mehr auf dem Alexanderplatz, aber dennoch alles überragend, war bereits zu DDR-Zeiten das höchste begehbare Gebäude Westeuropas, der Fernsehturm. 1964 ordnete der erste Sekretär des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht, den Bau des Turmes im Stadtzentrum an. Bis auf die Marienkirche und das Rote Rathaus wurden die übrigen Gebäude abgerissen. Der Turm ist insgesamt 368 Meter hoch und beinhaltet in der Kugel neben einer Panoramaetage auch ein sich drehendes Restaurant.
  • Station V: Gedenkstätte Berliner Mauer© Lutz Wallroth
    Mit der U-Bahnlinie 8 fahren wir zum Bahnhof Bernauer Straße. Dieser Bahnhof galt fast 30 Jahre lang als Geisterbahnhof, da aufgrund der Teilung die Züge hier nicht hielten sondern ihn lediglich durchfuhren. Wir wenden uns nach links und erreichen die Gedenkstätte Berliner Mauer. Neben einer beeindruckenden Bilderausstellung findet sich hier ein noch im Originalzustand erhaltenes Stück der Mauer, die die beiden deutschen Staaten fast 30 Jahre lang voneinander trennte.
  • Station W: Bösebrücke© Lutz Wallroth
    Durchquert man von hier aus den Mauerpark auf dem ehemaligen Grenzstreifen oder nimmt die S-Bahn bis Bornholmer Straße, erreicht man nach ca. 25 die Bösebrücke. Sie war zwischen 1961 und 1989 einer der innerstädtischen Grenzübergänge. Weltweite Berühmtheit erlangte die Brücke aber in der Nacht des 9. Novembers 1989. Das Mitglied des Politbüros Günther Schabowski hatte live im Fernsehen verkündet, dass die DDR-Bürger die Reisefreiheit erhalten würden. Daraufhin strömten fast 1000 Ostberliner zur Brücke um in den Westen zu gelangen. Gegen 23.30 hielt die Grenze den Massen nicht mehr stand und die Passkontrollen wurden, entgegen der Befehlslage, endgültig eingestellt. Damit waren der Fall der gesamten Berliner Mauer und das Ende der DDR besiegelt.
  • Station X: Berlin Pankow© Lutz Wallroth
    Von der Tramhaltestelle Björnsonstraße direkt an der Brücke können wir nun mit der Straßenbahnlinie 50 bis zur Haltestelle Pankow Kirche fahren und anschließend links die Ossietzkystraße entlang laufen. Vom Alexanderplatz erreichen Sie Pankow mit der U-Bahnlinie 2. Der Ortsteil war der Sitz der DDR-Regierung und eines der politischen Zentren des Staates. Darauf bezieht sich auch Udo Lindenbergs Klassiker "Sonderzug nach Pankow" aus dem Jahre 1983.
  • Station Y: Schloss Schönhausen© Lutz Wallroth
    Nach etwa 300 Metern Fußweg ist auf der rechten Seite das von einem Park umgebene Schloss Schönhausen erreicht. Dieses diente zwischen 1949 und 1960 als Amtssitz von Wilhelm Pieck, dem ersten und letzten Präsidenten der DDR. In dieser Zeit wurden hier Politiker wie Ho Chi Minh und Chruschtschow empfangen. Nach Piecks Tod beherbergte es zunächst 4 Jahre den Staatsrat und wurde anschließend zum Gästehaus umfunktioniert. Im Oktober 1989 zählte Michail Gorbatschow zu einem der letzten Staatsgäste im Schloss Schönhausen. Nach der Wende fanden außerdem wesentliche Teile der Verhandlungen des Zwei-Plus-Vier-Vertrages hier statt.
  • Station Z: Ehemaliges Wohnhaus von Erich Honecker im Majakowskiring© Lutz Wallroth
    Vom Schloss aus gelangt man in wenigen Minuten in den Majakowskiring. Dazu geht man die Ossietzkystraße wieder zurück. Der Ring befindet sich auf der rechten Seite. In dieser Straße wohnten bis 1960 viele Personen der DDR-Führung, darunter Ministerpräsident Otto Grotewohl in der Nummer 46/48 oder Erich Honecker und seine zweite Ehefrau Edith Baumann in der Nummer 58. Ulbrichts Frau Lotte lebte sogar noch bis zu ihrem Tode im Jahr 2002 in der Nummer 12.

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