Panda-Dame Meng Meng künstlich besamt

Panda-Dame Meng Meng künstlich besamt

Wenn Pandas eine Familie gründen wollen, ist die Zeit knapp. Weibchen sind nur einmal im Jahr fruchtbar. Bei Meng Meng im Berliner Zoo war es jetzt soweit. Experten haben der Natur nun etwas nachgeholfen.

Pandaweibchen Meng Meng

© dpa

Panda-Dame Meng Meng läßt es sich in ihrem Gehege im Zoo schmecken.

Weil die Pandas im Berliner Zoo noch jung und unerfahren in Liebesdingen sind, haben Experten nachgeholfen: Die Panda-Dame Meng Meng (5) wurde künstlich besamt, um die Nachwuchs-Wahrscheinlichkeit zu erhöhen. Das teilte eine Zoo-Sprecherin am Montag (08. April 2019) in Berlin mit. Die Spermien seien von Männchen Jiao Qing (8) gewonnen und anschließend bei Meng Meng eingeführt worden. Die beiden Pandas wurden dazu kurzzeitig in Narkose gelegt.

Unerfahren in Liebesdingen

Sie hätten den Eingriff gut überstanden. Darüber hinaus gab es auch natürliche Paarungsversuche: Am Freitag und Samstag wurden die Tiere insgesamt sieben Mal für jeweils etwa 20 Minuten zusammengelassen. Dazu waren extra Experten aus China angereist. Jiao Qing ging laut Zoo zwar auf Tuchfühlung mit der paarungsbereiten Meng Meng, es ließ sich jedoch nicht feststellen, ob die Paarung erfolgreich verlief. «Die beiden sind, was die Fortpflanzung angeht, vollkommen unerfahren. Meng Meng zeigte deutlich Interesse an dem Panda-Mann. Auch Jiao Qing war bereit», berichtet der Zoologische Leiter Ragnar Kühne.

Künstliche Befruchtung häufig

Menschliches Nachhelfen ist laut Zoo auch bei den vom Aussterben bedrohten Pandas in Chinas Aufzuchtstationen eher die Regel als die Ausnahme. Die Zoo-Pandas sind Leihgaben von dort und leben seit dem Sommer 2017 in Berlin.

Paarungsbereitschaft deutlich hörbar

Bisher galt Meng Meng als zu jung für einen Paarungsversuch. Die Anzeichen, dass sich das geändert hat, häuften sich laut Zoo zuletzt. Das Weibchen fraß zum Beispiel weniger, wurde rastloser und wies veränderte Hormonwerte auf (der Urin wird streng überwacht). Unüberhörbar zudem die Paarungsrufe: Meng Meng quiekte laut Zoochef Andreas Knieriem wie ein Schweinchen, Jiao Qing meckerte wie eine Ziege.

Schwangerschaftstest erst im Juni möglich

Panda-Weibchen können nur einmal im Jahr - in einem Zeitraum von 24 bis 72 Stunden - befruchtet werden. Frühestens ab Juni könnte eine Ultraschall-Untersuchung Aufschluss über eine Trächtigkeit geben. Im Erfolgsfall könnte es laut Zoo im Juli/August Nachwuchs geben.

Mini-Pandas kommen nach vier Monaten

Im Durchschnitt kommen bei Pandas ein bis drei unbehaarte und hamstergroße Jungtiere nach etwa 155 Tagen zur Welt. Mit einem Gewicht von etwa 80 bis 200 Gramm bringen Panda-Jungtiere zum Zeitpunkt der Geburt ungefähr ein Tausendstel des Gewichts ihrer Mütter auf die Waage.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 9. April 2019