Bericht: Mehr Arbeitsunfälle, weniger mit tödlichem Ausgang

Bericht: Mehr Arbeitsunfälle, weniger mit tödlichem Ausgang

Die Zahl der Arbeitsunfälle ist in Brandenburg 2019 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsschutzbericht hervor, den Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag vorstellte. Demnach wurden 2019 nach Daten des Landesamtes für Arbeitsschutz (LAVG) 26 035 Arbeitsunfälle gemeldet, im Jahr davor waren es 25 577. Damit stieg die Quote um 2,2 Prozentpunkte auf 23,1 Arbeitsunfälle je 1000 Erwerbstätige. Brandenburg liegt damit weiterhin über dem bundesweiten Schnitt von 20,8 Prozent.

Ursula Nonnemacher

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Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen).

Dagegen ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle von 19 im Jahr 2018 auf 13 in 2019 gesunken. In diesem Bereich liegt Brandenburg demnach mit 1,2 tödlichen Arbeitsunfällen je 1000 Erwerbstätige unter dem Bundesdurchschnitt von 1,4.
Nach Angaben von Nonnemacher sind 2019 an jedem Arbeitstag bei durchschnittlich 13 besichtigten Betriebsstätten und durchschnittlich 7 besichtigten Baustellen mehr als 60 Beanstandungen zum betrieblichen Arbeitsschutz festgestellt worden. Das sei keineswegs befriedigend, so die Ministerin.
Unfallschwerpunkte sind dem Bericht zufolge Arbeiten an Windkraftanlagen und das Einatmen von Staub. Nach einem tödlichen Unfall bei der Arbeit an einer Windkraftanlage hatte das LAVG zahlreiche Mängel aufgedeckt. So wurden unter anderem Sicherheitsbauteile mit ungenügender Materialqualität verwendet, oder Notfall- und Rettungskonzepte waren teilweise unzureichend.
Bei der Überprüfung auf betriebliche Maßnahmen gegen Staub zeigte sich laut dem Landesamt für Arbeitsschutz, dass dies bei vielen Betrieben und auf Baustellen eine größere Rolle spiele, die Zahl der Mängel aber noch groß sei. Bei Beschäftigten in der Bauwirtschaft, die über Jahre einer hohen Konzentrationen an mineralischem Staub ausgesetzt sind, treten laut LAVG vermehrt unter anderem chronische Bronchitis oder Silikose (Staublunge) auf.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. Januar 2021 13:30 Uhr

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