Anschlag auf Stadtautobahn: Staatsschutz ermittelt gegen Mann

Anschlag auf Stadtautobahn: Staatsschutz ermittelt gegen Mann

Ein Mann verursacht auf der Berliner Stadtautobahn drei Unfälle und verletzt mehrere Menschen. Dann stellt er eine Kiste auf die Fahrbahn und spricht von einem «gefährlichen Gegenstand». Was ist passiert?

  • Unfall Stadtautobahn (1)© dpa
    19.08.2020, Berlin: Ein kaputtes Auto und ein zerstörtes Motorrad stehen auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße.
  • Unfall auf Berliner Stadtautobahn A100© dpa
    Kriminaltechniker untersuchen auf der Stadtautobahn A100 einen Pkw.
  • Unfall auf Berliner Stadtautobahn A100© dpa
    18.08.2020, Berlin: Fahrzeuge stehen auf der gesperrten Berliner Stadtautobahn A100 auf der Höhe der Ausfahrt Alboinstraße. Die Insassen mussten ihre Fahrzeuge verlassen, nachdem ein Pkw laut Polizei mehrere Unfälle verursacht hatte und der Fahrer anschließend behauptete, einen gefährlichen Gegenstand im Wagen zu haben.
  • Unfall auf Berliner Stadtautobahn A100© dpa
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    19.08.2020, Berlin: Ermittler arbeiten auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße.
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    19.08.2020, Berlin: Ein Polizist bereitet den Einsatz einer Drohne vor auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße. Der Staatsschutz ermittelt gegen einen Mann, der für eine stundenlange Sperrung der Stadtautobahn gesorgt hat und eine vermeintliche Munitionskiste bei sich trug.
Der Staatsschutz ermittelt in Berlin gegen einen Mann, der für eine stundenlange Sperrung der Stadtautobahn gesorgt hat und eine vermeintliche Munitionskiste bei sich trug (18. August 2020). Der Autofahrer hatte zuvor ersten Erkenntnissen zufolge mehrere Unfälle verursacht und dann angekündigt, in der Kiste befände sich ein «gefährlicher Gegenstand», sagte eine Polizeisprecherin in der Nacht . Kriminaltechniker entdeckten darin ihr zufolge aber nichts Verdächtiges, sondern nur Werkzeug. Nun ermittle der Staatsschutz gegen den 30-Jährigen - eine politische oder religiöse Tatmotivation könne nicht ausgeschlossen werden. Nähere Angaben zum Ablauf und den Äußerungen des Mannes machte die Polizei nicht.

Mehrere Verletzte durch drei Unfälle

Er hatte demnach auf der Autobahn 100 in der Nähe der Ausfahrt Alboinstraße in Tempelhof drei Unfälle verursacht. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, dabei seien drei Menschen schwer verletzt worden, drei weitere leicht. Betroffen sei auch ein Motorradfahrer. Ob der Mann die Unfälle absichtlich herbeigeführt hatte oder nicht, sei noch unklar. Zeugen zufolge habe er den Eindruck erweckt, die Unfälle mutwillig zu verursachen, sagte die Sprecherin. Als der Wagen zum Stehen gekommen sei, sei der 30-Jährige ausgestiegen und habe die Kiste auf die Straße gestellt. Er habe behauptet, dass sich darin ein gefährlicher Gegenstand befindet.

Fahrer stellt Kiste auf Straße: Nur Werkzeug statt gefährlicher Gegenstand

Kriminaltechniker durchleuchteten die Metallkiste. Sie sei für die Aufbewahrung von Munition geeignet gewesen. Die Kiste sei dann mit einem Wassergewehr aufgeschossen worden, sagte die Sprecherin. Die Techniker seien aber nicht auf erkennbar Gefährliches gestoßen, sondern auf Werkzeug. Sprengstoffspuren seien im Auto nicht gefunden worden, sagte die Sprecherin auf Anfrage. Der Fahrer wurde festgenommen worden. Sicherheitshalber sei die Stadtautobahn weiträumig über Stunden gesperrt worden. Passagiere aus nahen Fahrzeugen mussten die Autobahn der Sprecherin zufolge vorsichtshalber zu Fuß verlassen.

Innensenator: Tat war gezielter islamistischer Anschlag

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat sich bestürzt über den Anschlag auf der Autobahn gezeigt. «Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse gehen wir von einem islamistischen Anschlag aus. Ein religiös motivierter Tathintergrund ist nicht auszuschließen», teilte Geisel am 19. August 2020 mit. Die Unfälle seien gezielt herbeigeführt worden. «Die Tatsache, dass der Tatverdächtige möglicherweise unter psychischen Problemen litt, macht die Sache nicht einfacher. Wenn sich persönliche Probleme mit religiös aufgeladenen Vorstellungen vermischen, kann dies zu unkontrollierbarem Handeln führen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. August 2020 14:58 Uhr

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