Mit Auto auf Polizisten zugefahren? 19-Jähriger schweigt

Mit Auto auf Polizisten zugefahren? 19-Jähriger schweigt

Ein 19-Jähriger, der mit seinem Auto bei einer Verkehrskontrolle gezielt auf einen Polizisten zugerast sein soll, hat vor dem Berliner Landgericht geschwiegen. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Totschlag. Der 49-jährige Beamte habe sich bei dem Vorfall im Stadtteil Neukölln durch einen Rettungssprung in Sicherheit bringen müssen, heißt es in der zu Prozessbeginn am Dienstag verlesenen Anklage. Der 19-Jährige habe mit seinem Wagen die Anhaltekelle erfasst, die der Beamte in der Hand gehalten habe.

Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia

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Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia.

Mit einem Tempo von 86 Kilometern pro Stunde (km/h) bei erlaubten 30 km/h soll der Angeklagte bei einer nächtlichen Fahrt im April 2020 gemessen worden sein. Als er bei der Durchfahrt von der stationären Geschwindigkeitskontrolle erfasst wurde, habe er zunächst gebremst, heißt es in der Anklage. Um den mutmaßlichen Raser anzuhalten, habe sich der mit einer Warnweste bekleidete 49-jährige Beamte auf der Fahrbahn postiert. Der Angeklagte habe jedoch erneut beschleunigt und sei bewusst auf den Polizisten zugefahren. Dabei habe er billigend in Kauf genommen, dass der Mann zu Tode kommen könnte, so die Staatsanwaltschaft.
Der 19-Jährige soll dann geflohen sein - mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Dabei habe er rote Ampeln überfahren, so die Anklage. Weitere Einsatzkräfte hätten den mutmaßlichen Raser schließlich stoppen können. Dabei sei er willentlich in die Beifahrertür eines Dienstfahrzeuges gefahren. Ein Sachschaden sei entstanden.
Der Angeklagte befindet sich seit knapp drei Monaten in Haft. Für den Prozess sind sieben weitere Tage bis Dezember vorgesehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 20. Oktober 2020 16:17 Uhr

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