Bahn will künftig auf Glyphosat verzichten

Bahn will künftig auf Glyphosat verzichten

Die Deutsche Bahn will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat spätestens ab Ende 2022 nicht mehr einsetzen. Zudem werde der Einsatz «von sogenannten Bioherbiziden geprüft, sofern diese eine Zulassung erhalten», heißt es in einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Bahnschienen

© dpa

Die Bahn verwendet diese Mittel, um ihre Schienentrassen von Pflanzenwuchs frei zu halten. Das Ziel des vollständigen Glyphosat-Verzichts bis 2022 steht auch im Brief von Bahn-Chef Richard Lutz, den dieser Anfang November 2019 an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geschickt hatte. Darin beschreibt er die Pläne des Staatskonzerns, um dessen zahlreichen Probleme in den Griff zu kriegen.

Menge soll im kommenden Jahr halbiert werden

In dem Brief bekräftigt Lutz auch das Vorhaben, den Einsatz von Glyphosat bereits im kommenden Jahr zu halbieren. «Klima- und Umweltschutz sind in der neuen Dachstrategie «Starke Schiene» als eines der wichtigsten Unternehmensziele fest verankert», schrieb Lutz.

67 Tonnen Glyphosat allein im Jahr 2017

Die Bahn hat den Einsatz des Unkrautvernichters in den vergangenen Jahren eigenen Angaben zufolge bereits reduziert. 2017 hatte die Bahn noch 67 Tonnen Glyphosat eingesetzt. Im vergangenen Jahr war es wegen der Dürre deutlich weniger. Laut Geschäftsbericht war es etwa ein Kilogramm pro Gleiskilometer. Glyphosat ist in der EU bis 2022 zugelassen.

Wasser, Strom und UV-Licht gegen Unkraut

Als Ersatz für den Kampf gegen Unkraut will der Konzern künftig auf Heißwasser, elektrischen Strom und UV-Licht setzen. Die Grünen begrüßten die Ankündigung der Deutschen Bahn. «Auch aufgrund der negativen Folgen für Tier- und Pflanzenwelt ist ein Ausstieg vonnöten», teilte die Fraktion mit.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 28. November 2019 08:54 Uhr

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