BVG-Tarifverhandlungen ziehen sich hin

BVG-Tarifverhandlungen ziehen sich hin

Immerhin kein schneller Abbruch: Arbeitgeber und Gewerkschaft verhandeln seit Donnerstagmorgen. Ob eine Einigung möglich ist bleibt offen - genauso die Frage nach möglichen Warnstreiks.

Berlin - U-Bahn

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Die Arbeitgeber und Gewerkschaft haben die BVG-Tarifverhandlungen wieder aufgenommen. Foto: Daniel Naupold/dpa/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Im Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) haben Arbeitgeber und Gewerkschaft ihre Verhandlungen am Donnerstag wieder aufgenommen. Verdi hatte zuletzt mit einem ganztätigen Warnstreik bei U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen den Druck auf die Gegenseite erhöht. Für die inzwischen fünfte Verhandlungsrunde verlangt die Gewerkschaft ein höheres Angebot. Der Kommunale Arbeitgeberverband betonte vor dem Treffen in der BVG-Zentrale, sehr an einer Einigung interessiert zu sein.
Verhandelt wird mit Verdi und dem Beamtenbund für 14 500 Beschäftigte der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport. Das jüngste Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbands sieht vor, dass die Lohnkosten jährlich um 90 Millionen Euro steigen. Bislang liegen sie bei rund 600 Millionen Euro. Darin sind Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung enthalten. Verdi kritisiert, dass nicht alle Kollegen gleichermaßen profitieren würden.
Die Verhandlungen zogen sich am Donnerstag den ganzen Tag über hin, zunächst drang keine Information nach außen. Ein Ende war am späten Nachmittag noch nicht in Sicht. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi wollte sich noch am Abend treffen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen.
Die Gewerkschaften wollen auch eine Arbeitsverkürzung für Beschäftigte erreichen, die seit 2005 eingestellt wurden. Denn sie müssen wöchentlich 2,5 Stunden länger arbeiten als die Altbeschäftigten. Vom Tisch sei das Thema Arbeitszeitverkürzung nicht, hieß es bei Verdi. Es sei nur in der ergebnislosen vierten Verhandlungsrunde nicht mehr angesprochen worden.
Während des Warnstreiks am Montag waren U-Bahnen und Straßenbahnen der Hauptstadt sowie die meisten Busse in den Depots geblieben. Mit täglich rund 2,9 Millionen Fahrgästen ist die landeseigene BVG Deutschlands größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen. Die Fahrgäste drängten sich stattdessen in der S-Bahn und in Regionalzügen. Auf den Straßen gab es lange Staus. Es war bereits der dritte Warnstreik.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 4. April 2019 18:10 Uhr

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