Fast jede zehnte Berliner U-Bahn während BVG-Streik besprüht

Fast jede zehnte Berliner U-Bahn während BVG-Streik besprüht

Für Fahrgäste der Berliner U-Bahnen ging das Ärgernis nach dem ganztägigen Warnstreik am nächsten Tag weiter. Auf den meisten Linien sorgten besprühte Wagen unter anderem für längere Wartezeiten.

Berliner U-Bahn

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Eine U-Bahn fährt unter einem Schild mit der Aufschrift «BVG» vorbei. Foto: Daniel Naupold/Archiv

Berlin (dpa/bb) - 140 U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind während des ganztägigen Warnstreiks mit Graffiti besprüht worden. Da die Wagen so lange still gestanden haben, sei eine so hohe Anzahl von etwa einem Zehntel der U-Bahnflotte betroffen, teilte die BVG am Dienstag mit. Normalerweise würden die Wagen nur etwa zwei Stunden abgestellt. Aufgrund der langen Pause hätte die BVG mit einer solchen Aktion gerechnet, wie ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Während des Streiks sei es aber nicht möglich gewesen, sämtliche abgestellte U-Bahnen zu überwachen.
Die Graffiti führten einen Tag nach dem Warnstreik zu verkürzten Zügen und längeren Wartezeiten auf den Linien U2 und U3 sowie auf der U6 bis U9, wie es hieß. Die Einschränkungen würden sich auch in den nächsten Tagen noch fortsetzen, da die Reinigung der Wagen dauere.
Am Dienstag fuhren nach Angaben der BVG 65 besprühte U-Bahnen, die zu einem späteren Zeitpunkt sauber gemacht werden sollten. Wie viel die Reinigung die BVG insgesamt kosten würde, stand am Dienstag noch nicht fest.
Eine U-Bahn kann zum Beispiel dann nicht mehr wegen eines Graffiti fahren, wenn Lichter oder Fenster übersprüht sind. Dadurch könnten beispielsweise Hörgeschädigte nicht erkennen, wann eine Tür schließt, sagte eine BVG-Sprecher.
Während des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi fuhren den ganzen Montag über keine U-Bahnen und Straßenbahnen sowie nur wenige Busse. Die BVG-Beschäftigten kämpfen um mehr Geld und bessere Arbeitszeiten. Die Tarifverhandlungen waren auch in der jüngsten Runde am vergangenen Donnerstag ohne Ergebnis geblieben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 2. April 2019