Etihad will Air-Berlin-Schadenersatzprozess verlegen

Etihad will Air-Berlin-Schadenersatzprozess verlegen

Die arabische Fluggesellschaft Etihad will den Rechtsstreit um Schadenersatz für die Insolvenz der Air Berlin von Berlin nach London verlegen. Der High Court in der britischen Hauptstadt sei für das Verfahren zuständig, weil Air Berlin dort formell seinen Sitz gehabt habe, teilte Etihad am Mittwoch mit. Man habe dort den Haftungsausschluss beantragt.

Air-Berlin

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Ein Flugzeug von Air Berlin steht in der Wartungshalle des Flughafens in Düsseldorf. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Etihad war Großaktionär der einst zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. Air Berlins Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte die arabische Gesellschaft im Dezember am Berliner Landgericht auf Schadenersatz verklagt.
Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz angemeldet, nachdem Etihad den Berlinern den Geldhahn abgedreht hatte. Dabei hatte Etihad noch wenige Monate zuvor förmlich zugesagt, Air Berlin zu unterstützen.
Flöther verlangt vom Landgericht die Zahlung von 500 Millionen Euro sowie die Feststellung, dass Etihad zu weiterem Schadenersatz verpflichtet sei. Das Gericht legte den Streitwert «vorläufig auf bis zu zwei Milliarden Euro» fest.
«Etihad hat offensichtlich Angst, den Rechtsstreit vor deutschen Gerichten zu führen», bemerkte Flöther am Mittwoch. Ein Etihad-Sprecher teilte mit: «Die Klage des Insolvenzverwalters entbehrt jeder Grundlage, und wir sind zuversichtlich, dass wir uns durchsetzen werden, unabhängig davon, wo der Fall verhandelt wird.» Er fügte hinzu, beide Seiten hätten sich seinerzeit auf London als Gerichtsstand verständigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 23. Januar 2019