Obdachlose dürfen nachts nicht in U-Bahnhöfe

Obdachlose dürfen nachts nicht in U-Bahnhöfe

Die kommenden Nächte werden richtig kalt - aber in den Berliner U-Bahnhöfen dürfen Obdachlose nicht übernachten. Die gemeinsame Suche von Senat und BVG nach Ersatzräumen für die bisherigen Kältebahnhöfe ist bisher ohne Erfolg geblieben. «Es ist noch keine Lösung gefunden worden», sagte BVG-Pressesprecherin Petra Reetz am Samstag.

Elke Breitenbach

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Elke Breitenbach (Die Linke), Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, steht auf der Pressekonferenz. Foto: Jörg Carstensen/Archiv

In den vergangenen Jahren hatten die Verkehrsbetriebe bestimmte Bahnhöfe im Winter nachts für Obdachlose geöffnet. Dieses Jahr sollte es dieses Angebot wegen Sicherheitsbedenken nicht mehr geben.
Nach einem Gespräch mit Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) sagte das Unternehmen aber zu, bisher ungenutzte Bereiche in mehreren Stationen freizugeben. So sollen die Obdachlosen von den Stromleitungen an den Gleisen ferngehalten werden. Welche Flächen genau in Frage kommen, soll erst noch geprüft werden.
Man habe sich gemeinsam Räume angesehen, die Prüfung sei aber noch nicht abgeschlossen, so Reetz am Samstag. Als Grund nannte sie unter anderem Sicherheitsbedenken der Feuerwehr. Zuerst hatte der «rbb 24» darüber berichtet.
Die BVG will laut Reetz alles tun, um Bedürftige zu vermitteln. Sie hat in den Bahnhöfen Plakate mit Adressen und Telefonnummern von Unterkünften aufgehangen und ihre Mitarbeiter mit Handzetteln ausgestattet. «Einfach in die Nacht geschickt wird niemand», sagte Reetz. Sie gab aber zu bedenken, dass die BVG keine Institution der Kältehilfe sei.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 17. November 2018