Senat will Abbiegeassistenten bei Lkw von Landesunternehmen

Senat will Abbiegeassistenten bei Lkw von Landesunternehmen

Zum Schutz von Radfahrern sollen BSR, BVG, Messe und Wasserbetriebe in Berlin ihre Lastwagen schnellstmöglich mit Abbiegeassistenten nachrüsten. Die Sensoren und Kameras warnen die Lkw-Fahrer vor Zusammenstößen. «Verkehr muss für Radfahrer und Fußgänger sicherer werden», teilte die Verwaltung von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Dienstag mit. «Wir brauchen endlich verpflichtende Abbiegeassistenten für Lkw.» Bevor es aber eine bundesgesetzliche Regelung gebe, müsse Berlin tätig werden.

Pop verwies auf einen Bericht des «Tagesspiegels» (Dienstag). Demnach fordert sie in einem Brief an die vier Landesunternehmen mehr Tempo bei der Nachrüstung. Sie sollen Zeit- und Kostenpläne vorlegen und alle Fahrzeuge bis spätestens 30. Juni 2019 nachrüsten. Die Senatorin sitzt qua Amt in den Aufsichtsräten der Berliner Stadtreinigung (BSR), Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der Messe Berlin und der Wasserbetriebe, mit Ausnahme der Messe jeweils als Vorsitzende.
Nach Angaben des Allgemeinen Fahrradclubs Berlin sind in diesem Jahr in der Hauptstadt vier Radfahrer nach Unfällen mit abbiegen Lastwagen ums Leben gekommen. Erst am Montag wurde ein 60-jähriger Radfahrer in Berlin-Mariendorf von einem Lastwagen angefahren und schwer verletzt.
Die Unfallforschung der Versicherer glaubt, dass technische Assistenten für die Fahrer jedes Jahr bundesweit knapp 200 Unfälle mit getöteten oder schwer verletzten Radfahrern verhindern könnten. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass sie Abbiegeassistenten verbindlich vorschreiben. Der Bundesrat fordert darüber hinaus eine Nachrüstpflicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. September 2018