«Vorsicht Volksbühne!»: Debatte über Zukunft des Theaters

«Vorsicht Volksbühne!»: Debatte über Zukunft des Theaters

Unter dem Motto «Vorsicht Volksbühne!» hat am Freitagabend in Berlin ein Kongress über die Zukunft des umkämpften Theaters begonnen.

Volksbühne Berlin

© dpa

Blick auf die Volksbühne.

Ein Vierteljahrhundert leitete Frank Castorf die Geschicke der unter seiner Intendanz zum Kult-Theater avancierten Bühne. Sein Nachfolger Chris Dercon gab den Posten im April noch vor Ende seiner ersten Spielzeit wieder auf. Der Belgier war von Teilen der Berliner Kulturszene massiv abgelehnt und angefeindet worden.

Dörr soll bis Sommer 2020 bleiben

Jetzt setzen sich Theatermacher, Wissenschaftler und das Publikum zusammen, um zu diskutieren, wie es weitergehen soll. Es gehe um «Erwartungen und Wünsche an eine Volks-Bühne in der Hauptstadt», so die Akademie der Künste, die das Treffen veranstaltet. Derzeit wird die Volksbühne von Klaus Dörr als Interimschef geleitet. Bis Sommer 2020 soll er bleiben.
Die Volksbühne sei zum Symbol des kulturellen Zusammenwachsens der Stadt geworden, sagte Akademiepräsidentin Jeanine Meerapfel. Dies bedeute auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Nele Hertling, frühere Chefin des Berliner Hebbel-Theaters und Direktorin der Sektion Darstellende Kunst der Akademie, äußerte die Hoffnung, dass sich aus dem Kongress etwas ergebe, woraus sich die Zukunft der Volksbühne gestalten lasse.

Offene Debatten zur Zukunft der Volksbühne

Interims-Volksbühnenchef Dörr war zum Auftakt ebenso gekommen wie Schauspieler Ulrich Matthes, Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Erwartet werden zu den Diskussionen und Publikumsdebatten bis Samstagnachmittag auch Vertreter des Kollektivs Staub zu Glitzer, das im vergangenen Herbst die Volksbühne knapp einer Woche besetzte.
Volksbühne Berlin
© dpa

Volksbühne

Sex, Video und Schmuddellust: Frank Castorfs berühmtes
Brachialtheater agierte zwischen Pop, Politik und Voodoo. Dann übernahm Chris Dercon für kurze Zeit das Ruder. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 15. Juni 2018