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Donna - Deutsches Theater Berlin

Life on earth can be sweet - von René Pollesch

In seinem Stück „(Life On Earth Can Be Sweet) Donna“ verweigert René Pollesch in brechtscher Tradition die naturalistische Welt- und Gefühlswiedergabe und bringt seine eigene Ästhetik auf den Punkt. (Deutschlandfunk)

Bild 1
  • (Life on earth can be sweet) Donna
    Arno Declair

    (Life on earth can be sweet) Donna

  • © Eventim
Lied vom Ungebundenheitsimperativ
Alle: Wir haben gehört, dass es Hoffnung nur gibt,
um der Hoffnungslosesten Willen.
1: Wer hat euch gesagt, dass es Hoffnung gibt?
Alle: Wir sehen zwar, dass wir es nicht ändern
können, viel tiefer geht aber der Glauben, dass
es doch zu ändern ist.
1: Wie bei mir, den ihr verlassen habt, und ich weiß,
dass ich euch nicht mehr zurückkriege.
Aber ich flehe und heule, als wäre es nicht so,
meint ihr das?
Alle: Wir können nur aus dem was machen, was
man aus uns gemacht hat. Aber es geht ja auch darum,
was man aus der Welt gemacht hat.
1: Ich will, dass deine Hand immer auf meiner landet,
wenn irgendwas war. Wenn ich geschrien habe oder
unausstehlich war. Deine Hand auf meiner ist ja nicht
neu. Aber für mich war es das. Man kann sich eben
nicht neu erfinden in diesen Begegnungen, in all dem,
was man machen kann.
Alle: Aber es ist wie das Abspielen der Klassiker auf
einer Bühne, sie halten nur den Hof sauber.
1: Es ist ja nur das da, was man machen kann.
Alle: Man kann sich das Ende des Theaters, aber nicht
das Ende des Regietheaters vorstellen.
Man kann sich das Ende der Welt, aber nicht
das Ende des Kapitalismus vorstellen.
1: Wieviel Arten von Menschen gibts auf der Welt.
Alle: Zweierlei Arten.
1: Was für Arten sind das?
Alle: Die Vernetzten und die mit wenig Kontakten.
Also die Mobilen und die Nicht-Mobilen.
1: Wer aber will nicht, dass es zweierlei Arten gibt?
Alle: Da die Ungerechtigkeit nur in Statistiken
auftaucht, weil die mit wenig Kontakten sich nicht
begegnen, wissen die Ausgegrenzten nicht, dass sie
die Ausgebeuteten sind. Also können sie hier
noch nichts wollen.
1: Wer aber wird abschaffen, dass es zweierlei Arten
von Menschen gibt?
Alle: Da blicken wir noch nicht durch. Aber da
beide Arten in dieser Welt leben, kann es sich nicht
um Ausgrenzung handeln, sondern es muss sich viel
eher um Ausbeutung handeln.
1: Warum müsst ihr euch nicht rechtfertigen?
Alle: Weil der Kapitalismus das macht.
1: Woran erkennt ihr, dass er nicht viel mehr ist als ein Rechtfertigungssystem?
Alle: Er greift sämtliche utopischen Energien ab.
Er war ja nie ein Überbau, sondern nur ein System von
Rechtfertigungen, das sämtliche utopischen Energien
absaugt. Er hört aber gleichzeitig nie auf,
kollektiven Strukturen Steine in den Weg zu legen.
1: Ich weiß nicht, es ist alles so lange her, das
mit dir, und ich hab aufgehört, es mit Sinn und
mit Geist zu versorgen. Also wie der Kapitalismus das
macht, alles mit Sinn und mit Geist zu überziehen.
Was gefährdet die Wirtschaftsordnung wirklich?
Alle: Die tatsächliche Präsenz. Denn: Drei Sterne bei
Amazon sind wie ein Stern.
1: Die Philosophie sagt uns, dass es auch ohne
Präsenz geht.
Alle: Das sind die geisteswissenschaftlichen Märchen
vom Sinn und vom Geist.
1: Wer wird abschaffen, dass der Kapitalismus
alle utopischen Energien abgreift?
Alle: Die tatsächliche Präsenz.
1: Aber wer wird auch im grünen Kapitalismus
nicht gebraucht?
Alle: Die Jugendlichen in Gosen – Neu Zittau.
1: Woran erkennt man die mobile Art?
Alle: Daran, dass sie Drogen nimmt, um Erfahrungen
zu machen.
1: Und woran erkennt man die nicht-mobile Art.
Alle: Daran, dass sie Drogen nimmt, um Erfahrungen
loszuwerden.
1: Ja und jetzt wird es wichtig, dass man alle
informiert. Dass man mit den Wagen herumfährt, und es
den Menschen sagt.

Künstler/Beteiligte: Bernd Moss, Jeremy Mockridge, Martin Wuttke, Milan Peschel, Judith Hofmann

Laufzeit: So, 05.04.2020 bis So, 26.04.2020

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Termin:
Freitag, 05. Juni 2020, 19:30 Uhr (20 weitere Termine)
Ort:
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater
Adresse:
Bismarckstraße 110, 10625 Berlin-Charlottenburg
Preis:
ab 24,00 €
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