Volleyball angeschlagen: Niroomand lehnt Geisterspiele ab

Volleyball angeschlagen: Niroomand lehnt Geisterspiele ab

Der deutsche Volleyball ist durch die Corona-Pandemie schwer angeschlagen - schon jetzt zeichnen sich auch für die ab Herbst geplante neue Saison große Probleme ab. Meister Berlin Volleys lehnt für die neue Spielzeit Partien ohne Zuschauer strikt ab. «Geisterspiele werde ich nicht mitmachen», sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand der Deutschen Presse Agentur. Die BR Volleys halten die Finanzierung des Profi-Spielbetriebs auf diese Weise für nicht möglich, da die Ticketeinnahmen einen großen Teil des Etats sichern.

Volleys-Manager Kaweh Niroomand

© dpa

Kaweh Niroomand, Geschäftsführer BR Volleys.

«Vielleicht sollte man stattdessen andere, intelligente Konzepte entwickeln, indem man zum Beispiel bei unseren Heimspielen maximal nur 3000 Leute in die Halle reinlässt», sagte Niroomand zu Alternativen in der Corona-Krise. Der 67 Jahre alte Volleys-Manager war selbst an Covid-19 erkrankt, ist aber wieder genesen.
Der Berliner Senat hat Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis 24. Oktober verboten, dazu für Sportveranstaltungen Zuschauer untersagt. «Diese Verordnung ist in erster Linie verwirrend. Und ich bin überrascht, dass es vor der Veröffentlichung mit den Berliner Sportfachleuten keinen Dialog gab. So wie es jetzt in den Paragrafen steht, würde das bedeuten: Im Tempodrom könnten sich 3000 Leute als Teilnehmer zum Singen treffen, aber in einer Sporthalle als Zuschauer nicht», bemerkte Niroomand am Samstag in der «B.Z.».
Nach dem Rückzug des TV Rottenburg und der Alpenvolleys Haching sowie dem Lizenzentzug für die Volleys Eltmann startet die Volleyball-Bundesliga in der kommenden Saison voraussichtlich ohnehin nur noch mit zehn Vereinen einschließlich des Talenteteams VC Olympia Berlin. «Das ist sicher nicht förderlich, um Volleyball in Deutschland populärer zu machen», urteilte Niroomand und forderte: «Es müssen Pläne her, damit am Ende mindestens sechs, sieben Vereine mit Budgets von einer Million Euro und mehr am Start sind.»
Die aktuelle Saison war wegen der Corona-Krise ohne Meister-Entscheidung abgebrochen worden. Auch die Deutsche Eishockey Liga und die Handball-Bundesliga brachen ihre Spielzeiten ab. Dagegen prüft die Basketball-Bundesliga eine Fortsetzung der Saison in leeren Hallen. Eine Entscheidung darüber soll am Montag fallen.
Wegen der reduzierten Zahl der Bundesligisten im Volleyball eine Modusänderung vorzunehmen, so dass die Mannschaften - wie etwa im Eishockey - während der Hauptrunde mehr als zweimal gegeneinander antreten, hält Niroomand nicht für sinnvoll. «Müssten wir in der Hauptrunde zum Beispiel viermal gegen Bühl spielen, wäre das mit hohen Kosten verbunden, aber der Gegenwert, um unsere Mannschaft sportlich voranzubringen, wäre vergleichsweise gering», sagt er.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 25. April 2020 11:46 Uhr

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