Unions Kruse hat «keinen Bock» auf Conference League

Unions Kruse hat «keinen Bock» auf Conference League

Die Glückwünsche zum Klassenerhalt schlug Union-Trainer Urs Fischer auch dieses Mal noch aus, und sogar sein prominentester Spieler wollte von einer neuen, unbekannten Herausforderung nichts wissen. «Europa League hätte ich Bock drauf, Europa Conference League habe ich irgendwie keinen Bock drauf», sagte Stürmer Max Kruse nach einem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln, der den Berliner Bundesligisten mit 38 Punkten näher heran brachte an den neuen, quasi drittklassigen Europacup-Wettbewerb. «Ich weiß nicht mal, was das ist», ergänzte Torschütze Kruse.

Unions Max Kruse während eines Spiels

© dpa

Unions Max Kruse während eines Spiels.

Zur Aufklärung: Bereits der derzeitig erreichte Platz sieben könnte den 1. FC Union nach dem zweiten Jahr im deutschen Fußball-Oberhaus in die Premieren-Spielzeit der Conference League befördern. Und einer der Profis wagte, euphorisiert von seinem ersten Bundesligator, die Ansage für die wegen der Pandemie-Krise noch immer aus dem Stadion verbannten Union-Fans. «Wir wollen über 40 Punkte kommen, dann werden wir intern die Ziele korrigieren und bis zum letzten Spieltag Gas geben», versprach Matchwinner Christopher Trimmel.
Chefcoach Fischer war «besonders stolz», dass sein Team am 25. Spieltag die Partie drehen konnte. Denn Kölns Ondrej Duda (45.+2) hatte die Gäste mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung gebracht. Kruse nutzte einen Handelfmeter (48.) zum Ausgleich und zu seinem achten Saisontor. Schließlich sorgte Union-Kapitän Trimmel (67.) für die Entscheidung. «Er hat sich belohnt für eine engagierte Leistung», sagte der Schweizer Fischer zum Österreicher Trimmel.
Die Berliner sind nach einem kleinen Hänger zum Rückrundenstart nun schon wieder fünf Partien nacheinander ungeschlagen, zu Hause ließen sie bereits zum zwölften Mal in Serie keinen Gästesieg zu.
«Glückwünsche nehme ich entgegen, wenn es wirklich rechnerisch nicht mehr möglich ist», erklärte der Schweizer Fischer zum Nichtabstieg, räumte jedoch ein: «Die drei Punkte waren wirklich ein sehr großer Schritt.» Und der 32 Jahre alte Kruse sah wohl einen Grund zum Feiern, wenn auch nur mit einer Runde Pizza. «Wir haben uns nach dem 2:1 zu weit zurückdrängen lassen, haben aber gut verteidigt. Auch solche Spiele musst du mal gewinnen», betonte der Ex-Nationalspieler.
Fischer führte die Probleme in der Schlussphase auch auf einen Kräfteverschleiß zurück. «Da waren wir unpräzise. Die Konter haben wir nicht gut zu Ende gespielt. Und da hatten wir auch ein bisschen Glück, dass wir nicht noch den Ausgleich bekommen», erklärte der Union-Coach. Mehr aber nimmt der 55-Jährige das Positive mit: «Die Mannschaft hat sehr gut auf den Rückstand reagiert.»
Das Thema Conference League umschiffte Fischer: «Jetzt genießen wir den Sieg und dann schauen wir weiter.» Zumindest räumte der erfahrene Trainer ein: «Das ist was Spezielles. Internationale Spiele sind etwas Tolles, ich durfte das mit meinen Clubs erleben, die ich trainiert habe.»
Fischer hofft auch wieder auf baldige Spiele mit Fans. Den ersten Schritt dazu hat Union mit Corona-Schnelltests für Helfer, Ordner und Journalisten getan. 165 von 280 berechtigten Stadionbesuchern haben beim Probelauf mitgemacht, aus dem Erkenntnisse für ein angestrebtes Pilotspiel mit beschränktem Fan-Zutritt gewonnen werden sollen. «Alle Abläufe haben gut funktioniert, alle Tests waren negativ», teilte Union mit.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. März 2021 11:17 Uhr

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