Reizwort Europapokal: Union wehrt sich gegen hohe Ziele

Reizwort Europapokal: Union wehrt sich gegen hohe Ziele

Das Reizwort Europapokal wird der 1. FC Union Berlin so schnell nicht mehr los. Auch nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg versuchten Trainer Urs Fischer und Manager Oliver Ruhnert alles, um bloß nicht in den Verdacht zu geraten, die Europa League oder gar die Champions League könnten für die Eisernen ein realistisches Ziel sein. «Das Wort nehme ich nicht in den Mund», machte Fischer im ZDF-Interview erneut unmissverständlich klar.

Geschäftsführer Oliver Ruhnert

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Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, während der Pressekonferenz in der „Eisern Lounge“.

Ruhnert war wenig später im «Sportstudio» auch nicht in die mehrfach gestellte Verbal-Falle zu locken. «Wenn Schluss wäre, wäre es eine Sensation», sagte der Geschäftsführer über Platz fünf in der Fußball-Bundesliga, der die Berliner als Überraschungsteam nach Europa bringen würde, aber eben nach 34 und nicht nach 15 Spieltagen.
Als warnendes Beispiel machte Ruhnert seinen Ex-Club Schalke 04 aus, der in der Vorsaison nach 15 Spielen mit sogar 28 statt wie Union jetzt mit 25 Punkten auf Platz vier stand und dann durch seinen Negativlauf noch in Abstiegsgefahr geriet. «Wir haben die klare Zielsetzung, Spiel für Spiel anzugehen», betonte der 49-Jährige.
Die Partie gegen Wolfsburg bot für Fischer auch Anhaltspunkte für fehlende Reife. Nach den Toren von Sheraldo Becker (29.) und Robert Andrich (53.) lag Union in Führung und war durch die Rote Karte für Maximilian Arnold in Überzahl, verspielte aber den möglichen Sieg. «Das ist was, was wir uns anschauen müssen. Aus solchen Phasen musst du lernen für die Zukunft», forderte Fischer.
Langsam werden die Köpenicker mit ihrem Festhalten am Ziel Klassenverbleib aber auch unglaubwürdig. Viele Fakten sprechen für Union. Siebe Heimspiele in Serie sind die Eisernen ungeschlagen. Keine Mannschaft hat bislang weniger Spiele verloren (2). Nur Tabellenführer Bayern (46) hat mehr Tore geschossen (31). Gegen keinen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte ging bisher ein Spiel verloren. Daran änderten auch die Wolfsburger Tore von Renato Steffen (10.) und Wout Weghorst (66./Handelfmeter) nichts.
Diese Serie steht nun am kommenden Freitag gegen den Tabellendritten Bayer Leverkusen gleich wieder auf dem Prüfstand. «Wir machen uns nicht verrückt. Die Mannschaft kann sich davon ganz gut freimachen und auf das Spiel fokussieren und ist auf den Punkt da. Und das brauchen wir am Freitag auch», sagte Innenverteidiger Robin Knoche. Fischer und Ruhnert mögen genau diese Attitüde.
Für die Konkurrenz ist Union aber längst ein Kandidat für internationale Ansprüche. «Ich denke, dass sie noch länger in der Region bleiben können», sagte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 10. Januar 2021 09:30 Uhr

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