Nach 15 Jahren in Wolfsburg: Knoche erstmals VfL-Gegner

Nach 15 Jahren in Wolfsburg: Knoche erstmals VfL-Gegner

Besondere Tipps für Coach Urs Fischer gab es von Robin Knoche nicht. «Das Trainerteam macht schon immer einen sehr guten Job, um uns einzustellen», sagte der Fußballprofi von Union Berlin vor einem für ihn ganz speziellen Duell. Zum ersten Mal geht es für den 28-Jährigen an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg. 15 Jahre war der Abwehrspieler für die Niedersachsen aktiv, ehe er im vergangenen Sommer keinen neuen Vertrag bekam und zu den Eisernen wechselte. «Natürlich hilft es enorm, wenn es so gut läuft. Das ist rundum sehr gut gelaufen, so kann man das gut zusammenfassen», sagte Knoche.

Robin Knoche

© dpa

Unions Robin Knoche zeigt mit dem Daumen nach oben.

183 Bundesliga-Begegnungen machte Knoche im VfL-Trikot, 14 sind es für Union. Jede Spielminute stand er in dieser Saison auf dem Rasen und hat so seinen Anteil daran, dass die Köpenicker sensationell Fünfter und die Abstiegsränge weit entfernt sind. Zwar stehen sie punktgleich vor Wolfsburg, der Ex-Meister ist aber der Favorit, sagte Knoche am Donnerstag: «Wir rechnen uns natürlich die Chancen aus, wir stehen nicht umsonst auf diesem Platz und spielen zu Hause.»
Bei aller Erfahrung muss Knoche zugeben, dass es kein alltägliches Duell mit seinem einstigen Jugendverein wird. «Ich bin aber Sportler, ich will das Spiel gewinnen. Ich mache mir keine Sorgen, dass mich das Drumherum beeinflusst», sagte er. Der Verteidiger hat seine neue Rolle in Berlin längst gefunden. «Man sieht ihm an, dass er hier schnell aufgenommen wurde und sich gut zurechtfindet», sagte Trainer Fischer: «Im Moment stimmen die Leistungen. Es hilft uns auch, wie er kommunikativ da ist, nicht nur seine Erfahrung.»
Beweisen müsse er den alten Teamkollegen sowieso nichts mehr, befand Knoche: «Alle, die da sind, wissen was ich kann. Ich versuche einfach meine Leistung aus der Hinrunde zu bestätigen.»
Die Verantwortlichen suchen indes weiter nach Offensiv-Verstärkung, werden aber nicht hektisch. «Angespannt bin ich nicht. Wieso auch? Unser Kader ist immer noch groß genug», sagte Fischer bei einer Pressekonferenz: «Wir haben jetzt drei verletzte Stürmer - das geht noch im Moment. Wir versuchen etwas und schauen, ob uns das gelingt.»
Union muss derzeit - und teilweise noch länger - alleine im Angriff in Max Kruse, Anthony Ujah und Joel Pohjanpalo auf drei wichtige Profis verzichten. Der Paderborner Sven Michel sowie der Däne Kasper Junker vom norwegischen Meister Bodö/Glimt sollen Kandidaten für die Eisernen sein. Fischer kommentierte diese Namen nicht und sagte lediglich: «Ich habe den einen oder anderen vorgelegt bekommen.»
Gegen die Wolfsburger fehlen werden auch Nico Schlotterbeck und Ex-VfL-Profi Christian Gentner. «Sie sind auf sehr gutem Weg. Das wird aber noch nicht reichen», sagte Fischer, der außerdem auf den gesperrten Grischa Prömel verzichten muss. Der 54-Jährige, der weiter nur den Ligaverbleib als Ziel ausgibt, forderte vor dem 15. Spieltag von seinen Profis höchste Achtsamkeit: «Wir müssen wirklich einen sehr guten Tag erwischen. Wir können uns keine Halbzeit erlauben, wo man nicht im Spiel ist. Es geht darum, unser Gesicht zu zeigen, was wir in den letzten Spielen schon gemacht haben.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. Januar 2021 14:35 Uhr

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