Geschäftsführer Ruhnert: Kein Goldsteak bei Union

Geschäftsführer Ruhnert: Kein Goldsteak bei Union

Union Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert setzt bei der Spielersuche auch auf gesellschaftspolitische Aspekte. «Den Spielern, die wir holen, muss schon klar sein, wohin sie sich begeben. Spieler, die sich mit gewissen Werten nicht arrangieren können, die Probleme damit haben, dass Union bewusst sagt: Nein zu Rassismus, Nein zu Homophobie, Nein zu jeglicher Art von Intoleranz - die wird es hier nicht geben. Egal, wie gut sie sind», sagte Ruhnert in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung - Sport am Wochenende».

Oliver Ruhnert

© dpa

Oliver Ruhnert, Geschäftsführer beim 1.FC Union Berlin.

Mit «Parteibüchern» habe das aber nicht zu tun, versicherte der 48-Jährige, der neben seinem Hauptberuf beim Fußball-Bundesligisten auch Lokalpolitiker der Partei Die Linke in seiner Heimat Iserlohn ist. «Wir würden auch versuchen auszuschließen, dass ein Spieler bei uns landet, der dann ein goldenes Steak postet», sagte Ruhnert.
Das Scouting-System des Fußballs kann sich Ruhnert auch als Vorbild für die Politik vorstellen. Zu viele Talente würden durch Proporzdenken in den Parteien nicht entdeckt oder abgeschreckt. «Absolut! Ich glaube, dass wir ein großes Nachwuchsproblem haben in der deutschen Politik. Im Bund wie in den Ländern. Da wird gar nicht geguckt, wer ist eigentlich gut?», sagte Ruhnert, der in Iserlohn als Fraktionschef seiner Partei im Stadtrat sitzt.
«Wir haben 16 Bundesländer. Da könnte doch jede Partei pro Bundesland einen Scout benennen, der den Landesgeschäftsführern unabhängig berichtet. Das zu organisieren kostet nichts - und würde vielen helfen. Es ließen sich auch wieder Leute finden, die andere Bereiche ansprechen und dafür sorgen würden, dass mal wieder ein anderer Blickwinkel in die Politik reinkommt», meinte Ruhnert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 20. September 2020 11:51 Uhr

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