Anderssons Abschied naht: Union braucht Offensivoptionen

Anderssons Abschied naht: Union braucht Offensivoptionen

Nach der nächtlichen Heimreise aus dem Badischen war Urs Fischer auch nicht viel schlauer. Der mühevolle Pokalsieg beim Zweitligisten Karlsruher SC hatte dem Trainer des 1. FC Union Berlin nicht viele Aufschlüsse gebracht. «Ich glaube schon, dass es ein paar Spiele braucht, um zu sehen, wo du dich befindest», sagte der Trainer der Eisernen nach dem Einzug in die zweite Pokalrunde durch das späte 1:0 nach Verlängerung.

Sebastian Andersson

© dpa

Unions Sebastian Andersson am Ball.

Eine Erkenntnis dürfte Fischer aber nicht verborgen geblieben sein: Offensiv braucht Union für den wieder bevorstehenden Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga noch Optionen, zumal der Abschied von Topstürmer Sebastian Andersson noch vor dem Liga-Auftakt am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg immer näher rückt.
Wie Bundestrainer Joachim Löw vor dem Rekordtransfer von Kai Havertz zu Chelsea, verfuhr auch Fischer bei Andersson. Gegen Karlsruhe war der Schwede nicht mehr im Kader. «Da steht ein Transferwunsch im Raum», sagte der 54-Jährige. «Von daher war das die Konsequenz, dass er nicht im Aufgebot war.»
Bei Andersson geht es nicht wie bei Havertz um 100 Millionen Euro, sondern dem Vernehmen nach um ungefähr deren sechs. Union kann in Corona-Zeiten diese Summe gut gebrauchen. Das Problem: Geht Andersson, muss unbedingt ein bezahlbarer Ersatz her. Das wurde auch in Karlsruhe klar.
Neuzugang Cedric Teuchert war der einzige nominelle Angreifer mit relevanter Profi-Erfahrung, ist aber kein klassischer Stoßstürmer. Max Kruse (Knöchel) und Anthony Ujah (Knie) sind noch nicht fit. Zudem war Andersson ganz vorne mit zwölf Toren Unions Topmann in der Bundesliga-Premierensaison.
Nun deutet manches auf einen Transfer des 1,90-Meter-Hünen zum 1. FC Köln hin. Gerade wenn Jhon Cordoba den Geißbock-Club verlässt. Geht Cordoba tatsächlich zu Hertha BSC, fließen pikanterweise Millionen des Investors Lars Windhorst über den Umweg Köln zurück nach Berlin, aber eben in die Kasse der Eisernen. Als möglicher Kauf-Kandidat wird Philipp Hofmann vom Samstagsgegner KSC gehandelt.
Für das Siegtor in Karlsruhe war eine Leihgabe aus Südbaden zuständig. Und fast logisch, ein Verteidiger. Nico Schlotterbeck freute sich natürlich über seinen sehenswerten Seitfallzieher. «Wir gehen mit Selbstvertrauen in die nächste Woche, müssen aber auf jeden Fall noch an ein, zwei Dingen arbeiten. Mehr spielerische Lösungen finden, im vorderen Drittel etwas sauberer spielen», meinte der 20-Jährige.
Als gutes Omen konnte Union den Treffer werten. Im Vorjahr hatte Nicos mittlerweile zum SC Freiburg zurückgekehrter Bruder Keven Schlotterbeck beim 6:0 im Pokal in Halberstadt das erste Saisontor geschossen. «Hat er alles von mir gelernt», kommentierte Keven Schlotterbeck bei Instagram das Tor seines Bruders.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 13. September 2020 12:08 Uhr

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