Union-Trainingslager in Barsinghausen

Union-Trainingslager in Barsinghausen

Vor dem Quarantäne-Trainingslager in Barsinghausen hat Präsident Dirk Zingler den Profis des 1. FC Union Berlin noch einmal ins Gewissen geredet. «Ich habe deutlich gesagt, dass uns ein riesengroßer Vertrauensvorschuss gegeben wurde. Dieses Vertrauen muss jeder einzelne rechtfertigen», sagte der Club-Chef bei einer Pressekonferenz im Stadion an der Alten Försterei am Donnerstag. Kurz zuvor hatte die Deutsche Fußball Liga bekanntgegeben, dass die Eisernen die wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochene Saison am 17. Mai (18.00 Uhr/Sky) mit dem Geister-Heimspiel gegen den FC Bayern München fortsetzen werden.

Trainer Urs Fischer

© dpa

Trainer Urs Fischer steht auf dem Rasen und gibt Anweisungen.

«Ich bin dankbar, dass wir die Möglichkeit haben, unseren Spielbetrieb wieder aufzunehmen», sagte Zingler, nachdem er die Mannschaft in einer kurzen Ansprache nach mehreren Wochen Pause erstmals wieder begrüßt hatte. Auch am Donnerstag wartete man in Köpenick noch auf die Genehmigung für das erhoffte Teamtraining durch die Berliner Behörden. Im Gegensatz zu manchem Liga-Konkurrenten musste man wie Lokalrivale Hertha BSC weiter in Kleingruppen üben. Im Stadion wurden unter Simulation der im Saison-Endspurt üblichen Geisteratmosphäre unter anderem offensive Standardsituationen einstudiert.
Von Samstag an wird Trainer Urs Fischer das Team auf dem beschaulichen Areal am Waldesrand in der Sportschule im niedersächsischen Barsinghausen fit machen. Ob Mittelfeldspieler Yunus Malli nach seinen teils positiven und teils negativen Corona-Tests dabei sein kann, war vorerst weiter unklar. Der 28-Jährige ist nicht mehr in Quarantäne, fehlte aber am Donnerstag weiterhin im Training.
Die Umsetzung der Hygienevorschriften bezeichnete Zingler als «eine Herausforderung», gerade über den Zeitraum von mehreren Wochen. «Zur Zeit sind alle noch ein bisschen erschrocken, auch aufgrund der Videos, die diese Woche herausgekommen sind», sagte Zingler - ohne den Namen von Hertha-Profi Salomon Kalou zu erwähnen.
Auf eine sportliche Prognose für den weiteren Saisonverlauf wollte sich Zingler nicht einlassen. «Es ist eine Wunderkiste, eine Wundertüte. Niemand weiß, wie einzelne Spieler und Mannschaften mit der veränderten Atmosphäre umgehen. Für uns haben Heimspiele einen herausragenden Wert», sagte der 54-Jährige. «Vielleicht werden wir das eine oder andere kuriose Ergebnis sehen.» Union hat mit 30 Punkten nach 25 Spielen acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone.
Zingler erneuerte seine Sichtweise, dass der Profi-Fußball ganz unabhängig von der Corona-Krise Lehren für die Zukunft ziehen müsse. «Ich bin überzeugt, dass der deutsche Fußball eine Initiative ergreifen kann», sagte der Union-Präsident. Für seinen Verein schloss er Kündigungen aus. Für die rund 200 Mitarbeiter in Kurzarbeit wird die Einkommensdifferenz komplett übernommen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. Mai 2020 17:12 Uhr

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