Urs Fischer ist genervt

Urs Fischer ist genervt

Hektik, Videobeweise und vor allem die verlorenen Punkte nerven Union-Coach Fischer. Um in der Bundesliga zu bestehen, müssten seine Spieler ab sofort alle widrigen Umstände ignorieren, fordert der Schweizer. Das 1:2 gegen Bremen stufte er wieder als Lehrgeld ein.

Trainer Urs Fischer von Union Berlin gestikuliert

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Trainer Urs Fischer von Union Berlin gestikuliert.

«Das eine oder andere Wort» über das Video-Chaos und vor allem die hektischen Reaktionen wird Urs Fischer mit seinen Profis noch wechseln. «Es gab einfach nur noch Diskussionen in einer Phase, in der wir am Drücker waren. Das hat uns völlig den Fluss genommen. Das hat mich gestört», sagte der Schweizer Trainer des 1. FC Union, bevor er zu einer kurzen Stippvisite in seiner Heimat flog. Am Dienstag startet Fischer dann mit den Eisernen die Vorbereitung auf das nächste Auswärtsspiel am Samstag beim Champions-League-Club Bayer Leverkusen.
«Uns fehlt ein Punkt, das nervt. Das tut schon weh, denn es wäre mehr möglich gewesen», erklärte der 53 Jahre alte Fischer nach der 1:2 (1:1)-Niederlage am 4. Spieltag der Fußball-Bundesliga im eigenen Stadion gegen Werder Bremen. Auch die vierte Partie im Oberhaus stufte der Trainer als Lern-Etappe ein. Diesmal heißt das Thema beim enttäuschten Neuling: Wie geht man mit einem schwachen Schiedsrichter, nervigen Videobeweisen, diskussionswürdigen Elfmetern und ganz viel Hektik auf dem Rasen um?
Fischer gab seinen Profis bereits einen klaren Auftrag mit für die kommenden Wochen. Sie müssen sich in der 1. Liga freimachen von allen äußeren Einflüssen und Widrigkeiten. Der Trainer drückte es so aus: «Geh weg, konzentriere dich auf dein Spiel, überlasse die Entscheidungen den Schiedsrichtern, da haben wir ja genügend.»
Gegen Werder musste sich Referee Tobias Welz ungewöhnlich oft die Unterstützung von Video-Assistent Bastian Dankert holen, ohne dass all seine Entscheidungen besser und das Spiel ruhiger wurden. «Er hatte nicht seinen allerbesten Tag. Das werden beide Mannschaften sagen», bemerkte Werders Sportchef Frank Baumann.
Davy Klaassen brachte Bremen mit einem Foulelfmeter (5.) in Führung, den zuvor der spielleitende Polizeibeamte Welz noch einmal drei Minuten überprüft hatte. Auch vor dem Ausgleichs-Elfmeter von Sebastian Andersson (14.) brauchte der Referee den Videobeweis. Und den dritten Elfmeter der Partie gab er ebenfalls erst nach Hinweis des Assistenten. Klaassen scheiterte am stark reagierenden Union-Keeper Rafal Gikiewicz - aber nach dem anschließenden Eckball köpfte Niclas Füllkrug das Siegtor (55.).
«Du verlierst zu Hause durch zwei Standards», ärgerte sich Gikiewicz. Vor allem der erste Elfmeter schockte den Polen: «Der Schiedsrichter hat mir gesagt, mein Finger war an Klaassen dran. Erst Strafstoß, dann kein Strafstoß - ein bisschen komisch.» Doch auch Gikiewicz wollte das Video-Chaos nicht als entscheidend gelten machen: «Wir müssen die Tore schießen und weniger Fehler machen. Von einem Videobeweis bekommst du kein Gegentor.» Vier Punkte nach vier Partien seien einfach «zu wenig». Zudem fehlt nun nach Gelb-Rot auch noch Neven Subotic beim nächsten Spiel in Leverkusen.
Trainer Fischer reagierte gereizt auf das Thema Videoassistent: «Ich finde es eigentlich eine gute Sache, das aber war heute einfach zu viel.» Unterstützung bekamen die Unparteiischen von Union-Kapitän Christopher Trimmel: «Das war für alle ein schwieriges Spiel, auch für den Schiedsrichter.» Und die große Aufgeregtheit sei nicht nur dem Schiedsrichter zuzuschreiben: «Da sind auch wir Spieler schuld.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. September 2019 08:39 Uhr

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