Vergebene Chance als Lehrbeispiel: Union sucht den Mut

Vergebene Chance als Lehrbeispiel: Union sucht den Mut

Spürt der 1. FC Union den Druck im Aufstiegskampf? Der langfristige Blick auf die Tabelle sei den Spielern «scheißegal», beteuert Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach. Nach dem 1:1 gegen Bielefeld müssen sich die Berliner nun einem direkten Verfolger erwehren.

Urs Fischer

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Berlins Trainer Urs Fischer steht gestikulierend am Spielfeldrand. Andreas Gora/Archiv Foto: Andreas Gora

Berlin (dpa/bb) - Die Ergebnisse der Verfolger im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga dürften den Frust beim 1. FC Union Berlin über die eigene verpasste Chance nicht verkleinert haben. Nach den Siegen des 1. FC Köln, der am Samstag an den Köpenickern auf Platz zwei vorbeizog, sowie des FC St. Pauli und von Holstein Kiel hat sich das Feld der Kandidaten hinter Tabellenführer Hamburger SV noch weiter zusammengeschoben.
Von Extra-Anspannung aufgrund der engen Konstellation wollten die Berliner nach dem 1:1 gegen Arminia Bielefeld und Ex-Coach Uwe Neuhaus aber nichts wissen. «Das hat gar nichts mit dem Druck zu tun. Wir sollten mal wieder zu dem zurückkehren, wo wir sind», sagte Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach bestimmt. «Wir müssen jedes Spiel einzeln angehen. Es nützt uns nichts zu sagen, was am 34. Spieltag ist - das ist uns scheißegal.»
Bei nun noch elf Spieltagen vor Saisonende sei es aber klar, dass es womöglich eine Rolle spiele, «dass man irgendwann etwas verlieren kann», gestand Verteidiger Ken Reichel. Am Freitagabend (18.30 Uhr) muss sich der Hauptstadtclub nun auswärts in Kiel erwehren. Holstein liegt nach dem 3:1-Erfolg beim VfL Bochum nur noch zwei Zähler hinter der Union-Elf, die auf Relegationsrang drei liegt. Im Hinspiel gelang den Berlinern im Stadion An der Alten Försterei in einer spektakulären Schlussphase noch ein 2:0-Sieg.
Seit dem Aufstieg der Kieler gab es in drei Partien keine Niederlage für Union. «Wir wollen jedes Spiel gewinnen, genauso fahren wir nach Kiel», sagte Offensivspieler Joshua Mees, der die Führung gegen Bielefeld erzielt hatte. «In der 2. Liga ist jedes Spiel eklig, egal ob gegen Kiel oder Sandhausen.»
Bei den Störchen muss Union aber wieder mutiger als zuletzt spielen. Auswärts gab es aus den vergangenen sieben Partien nur einen Sieg, das 3:2 vor einer Woche beim MSV Duisburg. Gegen Bielefeld sorgte vor allem der passive Auftritt in der zweiten Hälfte dafür, dass die Unentschieden-Könige der Liga nach zuletzt fünf Heimsiegen in Serie wichtige Punkte liegen ließen. Bereits zum fünften Mal diese Saison gaben die Köpenicker noch ein 1:0 aus der Hand. «Die zweite Halbzeit ist für uns ein Beispiel, dass wir noch viel lernen müssen», betonte Coach Urs Fischer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 24. Februar 2019 11:00 Uhr

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