Union will keine Glückwünsche: Statistik für Aufstieg

Union will keine Glückwünsche: Statistik für Aufstieg

Erstmals beendet der 1. FC Union eine Zweitliga-Hinrunde ohne Niederlage. Auch nach dem 2:0 gegen Bochum kommt bei den Berlinern aber keine Euphorie auf - trotz einer positiven Statistik.

Urs Fischer

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Unions Trainer Urs Fischer gestikuliert. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa/bb) - Zumindest einen Glückwunsch für die makellose Hinrunde wehrte Union-Trainer Urs Fischer direkt ab. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum wurde der Coach der Berliner mit der Statistik konfrontiert, dass bislang alle zur Saison-Halbzeit ungeschlagenen Teams der 2. Fußball-Bundesliga am Ende auch aufgestiegen sind. «Für Weihnachten oder Neujahr nehme ich an - aber für alles andere auf keinen Fall. Die Rückrunde beginnt in einer Woche, deshalb ist es noch ein langer Weg», betonte Fischer am Samstag.
Durch den siebten Sieg gehen die Köpenicker als Tabellendritter ungeschlagen auf dem Aufstiegsrelegationsrang in die zweite Halbserie. Dies gelang zuvor ebenfalls Hansa Rostock (2006/07), dem 1. FC Köln (2002/03) und Hannover 96 (2001/02) und zuletzt vor sieben Jahren auch Fortuna Düsseldorf. Alle Clubs schafften anschließend den Sprung ins Oberhaus, Düsseldorf erst über die Relegation gegen Hertha BSC.
Doch auch angesichts der eigenen Bilanz mit zehn Unentschieden überwiegt bei Union derzeit die Vorsicht. «Wir sind in der Vergangenheit sehr gut gefahren mit der Devise: Das nächste Spiel ist für uns das wichtige», sagte der Schweizer Fischer. «Ich werde mich auch in Zukunft nicht über Dinge äußern, die irgendwann im Mai stattfinden könnten. Wenn es dann so ist, würden wir uns umso mehr freuen.»
Wie schon mehrfach diese Saison erlaubte sich Union gegen Verfolger Bochum eine Schwächephase, war fast die komplette erste Halbzeit unterlegen - zeigte aber nach der Pause eine deutliche Leistungssteigerung. Sebastian Polter (60. Minute) per Foulelfmeter, den er selbst herausholte, und Robert Zulj (87.) sorgten für den erst am Ende doch souveränen Erfolg.
Auch die Spieler wollten deshalb vor dem sportlichen Jahresabschluss beim FC Erzgebirge Aue am 23. Dezember keine verfrühte Euphorie aufkommen lassen. Die großen Aufstiegs-Favoriten Hamburger SV und der 1. FC Köln erscheinen derzeit übermächtig, punktgleich mit den Unionern geht der FC St. Pauli in die Rückrunde.
«Auf Statistik gebe ich nicht viel», betonte Kapitän Christopher Trimmel, dessen Team saisonübergreifend sogar 19 Ligaspiele in Serie unbezwungen ist. «Man sieht es Woche für Woche: Die Liga ist sehr schwer. Wir müssen weiter hart arbeiten. Wenn wir uns weiter entwickeln und konstant guten Fußball spielen, lassen wir uns überraschen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 16. Dezember 2018