Überflieger Przybylko jubelt über Hochsprung-Gold

Überflieger Przybylko jubelt über Hochsprung-Gold

Ungläubig riss Mateusz Przybylko die Arme nach oben und ließ sich von Maskottchen Berlino in die Luft stemmen. Mit einem makellosen Gala-Auftritt holte der Leverkusener bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin die Goldmedaille und gewann den zweiten EM-Titel eines deutschen Hochspringers nach Dietmar Mögenburg 1982.

Mateusz Przybylko

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Mateusz Przybylko aus Deutschland jubelt. Foto: Bernd Thissen

Nervenstark überwand der 26 Jahre alte Przybylko alle Höhen bis 2,35 Metern im ersten Versuch und stellte damit seine persönliche Bestleistung ein. Zweiter wurde der Weißrusse Maxim Nedasekau mit 2,33 Metern, Bronze holte der unter neutraler Flagge startende Russe Ilja Iwanyuk mit 2,31 Metern. Eike Onnen aus Hannover wurde mit der übersprungenen Anfangshöhe von 2,19 Metern Achter. Im März hatte Przybylko bereits über Bronze bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Birmingham gewonnen.

Leichtathletik-EM 2018 - Alle Goldmedaillen

  • 100 m Hürden der Frauen: Elvira Herman© dpa
    100 m Hürden der Frauen: Elvira Herman
  • Stabhochsprung der Männer: Armand Duplantis© dpa
    Stabhochsprung der Männer: Armand Duplantis
  • 200m der Frauen: Diana Asher-Smith© dpa
    200m der Frauen: Diana Asher-Smith
  • 4 x 100 m Staffel der Männer: Großbritannien© dpa
    4 x 100 m Staffel der Männer: Großbritannien
  • 5000 m der Frauen: Sifan Hassan© dpa
    5000 m der Frauen: Sifan Hassan
  • 3000 m Hindernis: Gesa Felicitas Krause© dpa
    3000 m Hindernis: Gesa Felicitas Krause
  • 4x400 m Staffel der Frauen: Polen© dpa
    4x400 m Staffel der Frauen: Polen
  • Weitsprung der Frauen: Malaika Mihambo© dpa
    Weitsprung der Frauen: Malaika Mihambo
  • 5000 m der Männer: Jakob Ingebrigtsen© dpa
    5000 m der Männer: Jakob Ingebrigtsen
  • Hochsprung der Männer: Mateusz Przybylko© dpa
    Hochsprung der Männer: Mateusz Przybylko
  • 400 m Hürden der Männer: Karsten Warholm© dpa
    400 m Hürden der Männer: Karsten Warholm
  • Stabhochsprung der Frauen: Ekatarini Stefanidi© dpa
    Stabhochsprung der Frauen: Ekatarini Stefanidi
  • Speerwurf der Männer: Thomas Röhler© dpa
    Speerwurf der Männer: Thomas Röhler
  • 400 m der Frauen: Justyna Swiety-Ersetic© dpa
    400 m der Frauen: Justyna Swiety-Ersetic
  • 1500 m der Männer: Jakob Ingebrigtsen© dpa
    1500 m der Männer: Jakob Ingebrigtsen
  • 400 m Hürden: Lea Sprunger© dpa
    400 m Hürden: Lea Sprunger
  • Speerwurf der Frauen: Christin Hussong© dpa
    Speerwurf der Frauen: Christin Hussong
  • Siebenkampf der Frauen: Nafissatou Thiam© dpa
    Siebenkampf der Frauen: Nafissatou Thiam
  • 3.000 m Hindernis der Männer: Mahiedine Mekhissi-Benabbad© dpa
    3.000 m Hindernis der Männer: Mahiedine Mekhissi-Benabbad
  • 200 m der Herren: Ramil Guliyev© dpa
    200 m der Herren: Ramil Guliyev
«Ich bin heiß wie Frittenfett», kündigte Przybylko bereits vor dem Finale an. «Wenn die Leute mitklatschen, kann ich mich fokussieren. Das gibt mir noch mehr Adrenalin. Ich will immer höher springen - bis zum Himmel.»
Und der selbstbewusste gebürtige Bielefelder präsentierte sich auch in Berlin ganz nervenstark. Nur Iwanyuk aus Russland und Przybylko meisterten die ersten drei Höhen jeweils gleich im ersten Versuch.
Der potenziell größte Gegner konnte dabei gar nicht erst an den Start gehen. Wegen Verletzung der Anti-Doping-Regeln hatte der russische Weltklasse-Hochspringer Danil Lyssenko sein Startrecht als neutraler Athlet vor der EM verloren. Der Weltverband IAAF begründete dies damit, dass der 21 Jahre alte Hallenweltmeister nicht über seine täglichen Aufenthaltsorte für mögliche Dopingtests in der Trainingsphase informiert hatte.
Doch auch so entwickelte sich ein packender Wettkampf. Auch die 2,31 und 2,33 überwand Przybylko traumhaft sicher und überbot damit seine Jahresbestleistung. Als der italienische Titelverteidiger Gianmarco Tamberi riss, hatte Przybylko bereits eine Medaille sicher - und krönte seine Leistung mit dem Sprung über 2,35 Metern.
Przybylko hat polnische Eltern, sein jüngerer Bruder Kacper spielte zuletzt als Fußballprofi beim 1. FC Kaiserslautern. Seinen linken Oberarm ziert eine Tätowierung «mi familia» («meine Familie»). Zum Abschluss ließ er die deutsche Rekordhöhe von 2,38 Metern auflegen - scheiterte jedoch. Doch auch dieses Ziel ist anvisiert: «Der deutsche Rekord ist zum Greifen nah», kündigte er an.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 11. August 2018