«Sau ärgerlich»: Hertha verschenkt Sieg gegen Leverkusen

«Sau ärgerlich»: Hertha verschenkt Sieg gegen Leverkusen

Die Profis von Hertha BSC und Bayer Leverkusen trotteten im strömenden Regen Richtung Kabine und schauten, als wüssten sie auch nicht so recht. Durch das späte Tor des in Berlin ausgebildeten Robert Andrich für die Werkself endete die frühe Sonntagspartie der Fußball-Bundesliga 1:1 (1:0). Ein Remis, das beiden Clubs nicht wirklich weiterhilft. «In der 90. Minute da noch ein Gegentor zu bekommen, das ist sau ärgerlich», sagte Herthas Niklas Stark durchnässt am DAZN-Mikrofon. Bayer-Torwart Lukas Hradecky bemerkte, die Länderspielpause komme «zum richtigen Zeitpunkt». Erstmal durchatmen.

Amine Adli gegen Niklas Stark

© dpa

Leverkusens Amine Adli (l) und Herthas Niklas Stark kämpfen um den Ball.

Bayer wartet nun seit vier Ligaspielen auf einen Sieg, zu wenig für die eigenen Ansprüche. Leverkusen hat aber auch mit Personalsorgen zu kämpfen: Trainer Gerardo Seoane, der kurzfristig auch auf Nationalspieler Florian Wirtz (18) verzichten musste, wechselte in der Schlussphase die 16-Jährigen Zidan Sertdemir und Iker Bravo ein. «Wir waren zuletzt schwach in der Bundesliga, das wissen wir», sagte Hradecky. «Für die Moral» sei der späte Ausgleich aber «richtig gut».
Für die Hertha nicht. Die Berliner, die auf dem ramponierten Rasen durch Stevan Jovetic (42.) in Führung gegangen waren, verpassten den Sprung ins Mittelfeld der Tabelle. «Ich habe selbst genug Fußball gespielt. In so einem Spiel musst du das 2:0 machen und gehst als Sieger nach Hause», sagte Hertha-Trainer Pal Dardai. Auch Maximilian Mittelstädt war der Meinung, «es wäre ein verdienter Sieg gewesen».
Auf der Tribüne unter den 22 187 Zuschauern saß Bundestrainer Hansi Flick, der die Nachricht vom Ausfall des Toptalents Wirtz mit Sorge aufgenommen haben dürfte. Den 18-Jährigen, der für die Länderspiele am Donnerstag gegen Liechtenstein und am Sonntag in Armenien nominiert ist, plagen muskuläre Probleme am Hüftbeuger. Ob Wirtz am Montag zur Nationalmannschaft reist, war zunächst offen.
Für den Offensivspieler stand drei Tage nach dem überzeugenden Sieg in der Europa League gegen Betis Sevilla (4:0) Exequiel Palacios in der Leverkusener Startformation. Die Gäste zeigten sich zu Beginn agiler und erzeugten vor allem über die rechte Seite über Jeremie Frimpong und Moussa Diaby gefährliche Situationen. Doch die Hertha legte nach einer Viertelstunde die Zurückhaltung ab und agierte mutiger. Zu großen Torchancen kamen aber beide Teams zunächst nicht, auf dem tiefen Rasen kamen viele Pässe nicht an.
Die bis dahin beste Möglichkeit vergab Suat Serdar, der in der 24. Minute aus spitzem Winkel an Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky scheiterte. Zwei Minuten später jubelte der in der Hertha-Jugend ausgebildete Andrich über den vermeintlichen Bayer-Treffer, doch der Ball hatte beim Pass zuvor schon die Auslinie überquert.
Am Tor von Jovetic kurz vor der Pause gab es dagegen nichts auszusetzen. Nach einem gewonnenen Kopfballduell von Maximilian Mittelstädt gelangte der Ball zu dem im Strafraum lauernden 32-Jährigen, der mit einem Drehschuss in den Winkel Hradecky keine Chance ließ.
In der zweiten Halbzeit drückte Bayer auf den Ausgleich, der Werkself fiel es aber weiter schwer, in den Berliner Strafraum zu kommen. Seoane reagierte nach gut einer Stunde mit einem Doppelwechsel und brachte Nadiem Amiri und Daley Sinkgraven für Palacios und Hincapie. Bayer fehlten aber merklich die Ideen, um gefährliche Chancen zu erzeugen. Dann kam Andrich, setzte sich nach einem Freistoß im Gewühl durch und traf doch noch.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 7. November 2021 18:17 Uhr

Weitere Nachrichten zu Hertha BSC