«Riesen-Rohdiamant» Netz als Hoffnungsschimmer: Feuer spüren

«Riesen-Rohdiamant» Netz als Hoffnungsschimmer: Feuer spüren

Pal Dardai mag Luca Netz richtig gerne. Und das liegt nicht nur am dem Premieren-Tor des 17-Jährigen für Hertha BSC zum so wichtigen 1:1 in der Fußball-Bundesliga beim VfB Stuttgart. «Er ist fußballverrückt. Er ist ein vorbildlicher Spieler», sagte der Trainer-Rückkehrer des Berliner Fußball-Bundesligisten am Sonntag bei einem digitalen Mediengespräch.

Herthas Trainer Pal Dardai

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Herthas Trainer Pal Dardai.

Nicht der prominente Vorlagen-Geber Sami Khedira stand aus Berliner Sicht nach dem Remis und dem ersten Punktgewinn unter Dardai im Mittelpunkt, sondern der nur fast halb so alte Linksverteidiger mit rosiger Zukunft. «Er ist ein Riesen-Rohdiamant», sagte Dardai.
Im Abstiegskampf braucht man Symbolspieler. Das weiß Dardai ganz genau. Netz könnte dabei in den kommenden Wochen eine große Rolle spielen, ein Berliner Junge, wuchtig von Gestalt und unbekümmert genug, um in einen als schwierig eingeschätzten Kader ein bisschen Leichtigkeit reinzubringen.
Erstmal musste Netz allerdings zahlen. «Das erste Tor ist immer teuer. Er musste was ausgeben», berichtete Dardai. Hertha werde alles versuchen, Netz langfristig an sich zu binden, versicherte Dardai. Medienberichten zufolge steht das Talent auf der Einkaufsliste des FC Bayern München - und das nach sieben Bundesliga-Spielen.
«Wir schlafen ganz bestimmt nicht. Er ist ein wichtiger Spieler in unseren Reihen», sagte Sportdirektor Arne Friedrich in der Sport1-Sendung «Doppelpass» am Sonntag. «Hertha BSC hat einen Plan mit diesem Jungen. Aber wie das wird, bei so jungen Spielern, das entscheidet die Umgebung», sagte Dardai.
Vater Netz, so hat der Trainer beobachtet, spielt unabhängig davon schon eine wichtige Rolle. «Der Papa bringt ihn oft zum Training», sagte Dardai auf die Frage, wie Netz zum Schenkendorffplatz auf dem Berliner Olympiagelände komme, wenn er, wie von ihm zuvor erwähnt, auch aus Charaktergründen «nicht mit einem Ferrari» vorfahre.
Netz' Aufstieg ist ungewöhnlich. Als linker Verteidiger verdrängt er gerade Maximilian Mittelstädt, einen anderen gebürtigen Berliner, der vor wenigen Jahren noch als große Zukunftshoffnung galt. Spannend wird sein, wie Dardai auf Netz baut, wenn sein Lieblingsakteur Marvin Plattenhardt nach langwierigen muskulären Problemen für diese Position wieder fit ist. Dardai wird Netz in diesem Dreikampf sicherlich behutsam aufbauen. «Er muss Spielerfahrungen sammeln, Fehler machen, nicht von Fehlern hören, das Feuer muss man spüren.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. Februar 2021 13:11 Uhr

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