Last-Minute-Shopping: Wer kommt noch zur Hertha?

Last-Minute-Shopping: Wer kommt noch zur Hertha?

Bruno Labbadia bereitet seine noch ziemlich wankelmütige Hertha auf die unlösbar scheinende Aufgabe am Sonntag bei den Titelsammlern des FC Bayern München vor. Die wichtigere To-Do-Liste muss am Einheitswochenende aber Manager Michael Preetz abarbeiten. Bevor am kommenden Montag das Transferfenster schließt, will der Berliner Fußball-Bundesligist seine bislang ungewöhnlich kurze Einkaufsliste von nur vier Neulingen möglichst mit noch mehreren Top-Transfers abgearbeitet haben.

Michael Preetz (l-r), Bruno Labbadia und Arne Friedrich

© dpa

Michael Preetz (l-r), Bruno Labbadia und Arne Friedrich

«Es sind noch ein paar Tage bis zum Transferschluss. In der Zeit werden sicher noch viele Namen diskutiert», sagte Sportdirektor Arne Friedrich, der mit Preetz die Kaderplanung vorantreibt, der «Sport Bild».
Im Poker um einen weiteren Franzosen ist das Duo offenbar schon sehr weit. Jeff Reine-Adélaide soll nach Lucas Tousart als zweiter Spieler von Olympique Lyon zur Hertha kommen und mit seinem Ex-Kollegen eine neue Berliner Mittelfeldachse bilden. Berichtet wird über intensive Millionen-Verhandlungen mit den Franzosen. Der 22-Jährige soll demnach etwas teurer sein als Tousart, der im Winter 25 Millionen Euro kostete und bislang noch Herthas Rekordtransfer ist.
Das Geld war in dem komplizierten Corona-Transferfenster schon häufiger Herthas Problem. Ungewöhnlich dabei nur: Nicht weil zu wenig da war, sondern zu viel. Das auf 374 Millionen Euro gekletterte Gesamtvolumen von Investor Lars Windhorst machte die Berliner zu beliebten Verhandlungspartnern. «Überall, wo ein Spieler verkauft wird, sollen wir ihn holen. Da wird ein falsches Bild gemalt», mahnte Labbadia.
Gerade in Gehaltsfragen ist die Hertha laut ihres Trainers noch nicht in den Dimensionen der Bundesliga-Spitze. Und Friedrich betonte, man werde das Gehaltsgefüge auch weiter nicht sprengen.
Bislang kamen in diesem Sommer außer Tousart noch Torwart Alexander Schwolow vom SC Freiburg, Deyvaisio Zeefuik vom FC Groningen und Stürmer Jhon Cordoba vom 1. FC Köln, der in München sein Debüt in der Startelf geben dürfte.
Spekuliert wurde zuletzt viel in und über Berlin. Mario Götze ist ein unterschwelliges Dauerthema. Auch Julian Draxler wurde gehandelt. Die Ex-Weltmeister dürften aber unter die Lohnproblematik fallen. Eine Rückkehr des zwei Jahre vom FC Liverpool ausgeliehenen Marko Grujic ist auch abhängig von monetären Gesichtspunkten. Dem Vernehmen nach will der Club von Trainer Jürgen Klopp den Serben verkaufen, Preisschild etwa 20 Millionen. Der Hertha wäre ein erneutes Leihgeschäft lieber.
Herthas Grundproblem bleibt auch vor dem Bayern-Spiel, endlich wieder ein funktionierendes und stabiles Teamgefüge herzustellen. «Ich habe noch keine Achse wachsen sehen innerhalb von fünf Wochen. Das sind Mini-Etappen, die wir gehen müssen. Das ist ein Prozess, an dem wir arbeiten», sagte Labbadia.
Eine Ausrede werde die Personallage niemals sein, versicherte der 54-Jährige - auch nicht vor dem Duell in München. «Wir müssen nicht drüber reden, dass Bayern die höhere Qualität hat. Aber wir wollen natürlich gegen jeden Gegner versuchen, die Spiele zu gewinnen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 1. Oktober 2020 14:17 Uhr

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