Labbadia will neue Hertha-Achse bauen

Labbadia will neue Hertha-Achse bauen

Auf ihren künftig üblichen Mittagsschlaf mussten Millionen-Neuzugang Lucas Tousart und seine Kollegen noch einmal verzichten. Erst am Dienstagabend erwartete Trainer Bruno Labbadia die verspätete Lieferung der extra georderten Matratzen.

Bruno Labbadia

© dpa

Herthas Trainer Bruno Labbadia beobachtet die Spieler im Training.

«Wir haben hier gute Bedingungen. Aber wir brauchen Schlafplätze, damit die Spieler in der Mittagspause hier ruhen können», berichtete der Chefcoach von Hertha BSC von einem Detail der Saisonvorbereitung des Berliner Fußball-Bundesligisten.
Auf ein Trainingslager wird nicht nur wegen der Corona-Pandemie verzichtet. Geübt wird bis zum Liga-Saisonstart am 18. September auf dem heimatlichen Olympia-Gelände. «Sie müssen nicht im Hotel sitzen, können hier lange Tage verbringen», berichtete Labbadia. Sehr früh morgens werde er die Spieler in den kommenden Wochen in den roten Backsteingebäuden unweit des Olympiastadions erwarten. Am Dienstag hatte Labbadia 22 Profis für die erste Trainingseinheit auf dem benachbarten Schenkendorffplatz zur Verfügung. Die Spieler zeigten sich erstmals in den neuen blau-weiß gestreiften Trikots, auf denen nach der Trennung von «Tedi» allerdings noch ein Sponsor fehlte.
Der Hertha-Coach hat Großes vor mit dem aufstrebenden und mit Investoren-Millionen gesegneten Club. Doch trotz des Geldes von Lars Windhorst will Labbadia in den kommenden Wochen mit Bedacht agieren. Schnellschüsse auf dem Transfermarkt sind ausgeschlossen.
«Wir haben ein Stück Geld bekommen, worüber wir sehr froh sind, aber wir brauchen eine Einordnung, es ist nicht so, dass wir uns damit eine Mannschaft aufbauen können», sagte der 54-Jährige. Mit der der Hertha zur Verfügung stehenden Summe habe der FC Bayern auch nur einen Spieler verpflichtet, spielte Labbadia auf den Top-Transfer des Rekordmeisters von Leroy Sané an. Einziger Neuer bei der Hertha ist Tousart, der schon im Winter für 25 Millionen Euro von Olympique Lyon geholt wurde, dann aber ein halbes Jahr noch dorthin ausgeliehen war.
«Wir müssen Struktur aufbauen und wir müssen die richtige Auswahl treffen. Die meisten Spieler, die man gut findet, finden andere auch gut», sagte der 54-Jährige. Hertha BSC hatte kürzlich weitere 150 Millionen Euro von Geldgeber Windhorst zugesagt bekommen, 50 Millionen davon sofort, weitere 100 Millionen im Herbst. Labbadia betonte, dass er bei Hertha eine neue sportliche Achse aufbauen will.
Einen bestimmten Tabellenplatz oder gar die Qualifikation für die Champions League wollte Labbadia nicht als Maßgabe ausrufen. «Als Ziel kann ich jetzt schon sagen, wir wollen besser abschneiden als in der alten Saison, definitiv. Wir wollen eine stetige Fortentwicklung haben», sagte der Hertha-Coach.
Nach der Corona-Zwangspause hatte er die lange in Abstiegsnot schwebenden Berliner noch auf den zehnten Platz geführt. Die sich verfestigende Beschreibung als Big City Club wird von Labbadia sicher nie verwendet werden. «Es wird ein schwieriger, steiniger Weg, den wir gehen wollen», sagte Labbadia.
Beim ersten Schritt am Dienstag fehlte Nationalspieler Niklas Stark. Der 25 Jahre alte Verteidiger absolvierte wegen einer abgeklungenen Angina eine individuelle Übungseinheit. Erst am Donnerstag wird Ondrej Duda mit der Mannschaft trainieren können. Der Slowake muss nach seiner Rückkehr von Norwich City erst noch den obligatorischen zweiten Corona-Test absolvieren. Individuell trainierte nach seiner Fußverletzung auch Santiago Ascacibar. Lazar Samardzic fehlte laut Hertha-Angaben aus persönlichen Gründen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 28. Juli 2020 16:15 Uhr

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