1:2 in Freiburg: Hertha verliert erneut

1:2 in Freiburg: Hertha verliert erneut

Dank seines Super-Jokers Nils Petersen nimmt der SC Freiburg Kurs auf die Europa League. Mit seinem 25. Treffer nach einer Einwechslung sorgte der Angreifer am Dienstagabend für den 2:1 (0:0)-Sieg der Breisgauer gegen Hertha BSC.

Lucas Höler und Marko Grujic

© dpa

Freiburgs Lucas Höler und Berlins Marko Grujic (l-r.) im Duell um den Ball.

Vincenzo Grifo (61. Minute) hatte die Mannschaft von Trainer Christian Streich mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung gebracht, kurz darauf gelang Vedad Ibisevic (66.) per Foulelfmeter der Ausgleich. Aber dann schlug Ex-Nationalstürmer Petersen (71.) zehn Minuten nach seiner Hereinnahme zu und entschied das Spiel.
«Der Ball fällt mir vor die Füße. Manchmal weiß du als Stürmer, dass du nur die eine Chance bekommst. Ich versuche mich darauf zu fokussieren, dass ich die auch verwerte. Das ist meine Aufgabe», sagte Petersen beim TV-Sender Sky. «Momentan klappt es sehr gut von der Bank.»
Durch den Erfolg rückte der SC in der Fußball-Bundesliga mit 45 Punkten vorerst auf den siebten Platz, der für die Europa-League-Qualifikation reichen würde. «Wir würden lügen, wenn wir sagen würden, wir schauen nicht auf die Ergebnisse der anderen. Heute haben wir erst einmal dafür gesorgt, dass Hertha uns nicht mehr überholen kann», sagte Petersen.
Die Berliner verharren nach der dritten Niederlage in Serie, die Ibisevic als «unglücklich» bezeichnete, mit 38 Zählern im Mittelfeld der Tabelle. «Wir hatten alles im Griff, dann passieren individuelle Fehler. Aber die Jungs haben das nicht mit Absicht gemacht», sagte der Hertha-Stürmer. Dabei hatten sich die von Personalsorgen geplagten Gäste über weite Strecken der Partie nicht anmerken lassen, dass etliche ihrer Spieler aufgrund von Verletzungen, Sperren oder Suspendierungen fehlten.
Nach einer mäßigen ersten Hälfte ging die Hertha in der 51. Minute nach einem Distanzschuss von Dodi Lukebakio sogar in Führung - der herrliche Treffer zählte nach Sichtung der Videobilder aber nicht, weil Vladimir Darida zuvor den Freiburger Jonathan Schmid gefoult hatte. «Er war einen Tick eher am Ball. Die Entscheidung war korrekt», räumte Darida ein. Von Schiedsrichter Tobias Stieler gab es nachträglich auch noch die Gelbe Karte.
Je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahmen die Freiburger die Kontrolle. Hertha-Coach Bruno Labbadia sprach seinen Spielern von der Seitenlinie zwar immer wieder lautstark Mut zu, klare Tor-Aktionen gingen der Hertha aber zunächst ab. Stattdessen hätte Roland Sallai (21.) Mitte des ersten Durchgangs beinahe das 1:0 erzielt. Nach der Pause machte es Grifo besser, als er einen Freistoß scharf auf das Berliner Tor zirkelte. Keeper Rune Jarstein lenkte den Ball zwar noch an den Pfosten, von dort ging er allerdings ins Tor.
Erst jetzt nahm die Partie Fahrt auf. Fünf Minuten später kam Freiburgs Nationalspieler Robin Koch im Strafraum zu spät gegen Pekarik - den anschließenden Elfmeter verwandelte Ibisevic cool zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Erneut fünf Minuten später war dann Petersen nach einem Patzer von Darida zur Stelle. «Der Fehler tut mir Leid», sagte der Ex-Freiburger.

Reaktionen nach dem Spiel

Christian Streich (Trainer SC Freiburg)

«Es war ein Spiel, bei dem es hin und her ging. Ein hochinteressantes Spiel auf Messers Schneide. Am Ende gewinnen wir. Wir waren heute der Glücklichere. Für Hertha ist das natürlich schade, weil sie sicherlich aus ihrer Sicht mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten.»

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC)

«Die Enttäuschung ist riesengroß. Wenn man sieht, wer alles zu Hause geblieben ist, haben wir heute eine sehr gute Leistung gebracht. Es war ein sehr intensives Spiel von beiden Seiten, wir haben uns keinen Millimeter geschenkt. Wir kriegen dann eigentlich aus dem Nichts das 1:0, kommen dann sofort zurück und kriegen eigentlich in der besten Phase, als wir am Drücker waren, das 2:1.»

Nils Petersen (Stürmer SC Freiburg)

«Wir würden lügen, wenn wir sagen würden, wir schauen nicht auf die Ergebnisse der anderen. Heute haben wir erst einmal dafür gesorgt, dass Hertha uns nicht mehr überholen kann. Im Endeffekt ist es jetzt an uns, zu punkten. Das wird natürlich schwierig in München. Aber auch dort ist etwas möglich. Wir hoffen, dass sie eine schöne Party-Woche hinter sich bringen, dann haben wir vielleicht eine Chance.»

Vedad Ibisevic (Stürmer Hertha BSC)

«Wir wussten, dass eine gute Mannschaft auf uns zukommt und Kleinigkeiten entscheiden werden. So war es auch. Wir hatten eigentlich alles im Griff, dann passieren individuelle Fehler. Das ist Teil des Fußball-Lebens. Die Jungs haben das nicht mit Absicht gemacht. Schade um die Arbeit heute.»

Vladimir Darida (Mittelfeldspieler Hertha BSC)

«Leider ist dieser Fehler passiert, das tut mir leid. Ich habe den Ball von Rune (Torwart Jarstein/Anm. d. Redaktion) gekriegt, dann war es ein schlechter erster Kontakt und ich verliere den Ball.» Zu seinem Foul vor dem aberkannten Tor von Lukebakio sagt er: «Es kann schon sein, dass es ein Foul vor dem vermeintlichen 1:0 war. Es ist ganz schwierig zu entscheiden. Es sieht so aus, dass Jonathan Schmid etwas eher am Ball war.»
Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt
© dpa

Hertha BSC

Termine, Informationen und Vorverkauf der Heimspiel-Tickets von Hertha BSC im Olympiastadion. mehr

Olympiastadion in Berlin
© dpa

Weitere Sportnachrichten

Nachrichten aus der Berliner Sportwelt. Aktuelles zu Hertha BSC, Union Berlin, Alba Berlin, den Eisbären und Füchsen. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Juni 2020 08:29 Uhr

Weitere Nachrichten zu Hertha BSC