Hertha mit Rot und 1:4 gegen Frankfurt

Hertha mit Rot und 1:4 gegen Frankfurt

Hertha BSC quält sich Richtung Ziellinie. Zwar sind mit dem 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga endlich die Restzweifel zerstreut, dass die Berliner in dieser verrückten Saison zumindest mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben.

Frankfurts Andre Silva schießt das Tor zum 1:4

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Frankfurts Andre Silva schießt das Tor zum 1:4.

Doch das 1:4 (1:0) am Samstag im Geisterspiel gegen Eintracht Frankfurt zeigte deutlich die auch unter Trainer Bruno Labbadia wieder zunehmenden Probleme. «Mit dem Ball haben wir das Positionsspiel sehr gut gemacht. Aber wir haben es nicht ausgespielt», sagte der Trainer, der erstmals mit einem seiner Teams gegen die Eintracht verlor.
Nach der Hertha-Führung durch Krzysztof Piatek in der 24. Minute und einer Roten Karte für Manndecker Dedryck Boyata kurz vor der Pause gelangen Bas Dost (51.), André Silva (62. und 86.) und Evan Ndicka (68.) die Gäste-Tore. «Ich finde, wir sind verdient in Führung gegangen. Mit der Verletzung von Per (Skjelbred) und der Roten Karte gegen Dedryck (Boyata) hatten wir zwei Leute aus dem Zentrum verloren», erklärte Labbadia. «Die Rote Karte hat alles entschieden», meinte dann auch Frankfurts Torjäger Dost.
Innenverteidiger Boyata flog nach Videobeweis vom Platz: Aus Gelb-Rot wurde Rot. Es war zu einem Kontakt bei einem Laufduell mit Dost kurz vor der Pause gekommen. Danach schien die Hertha regelrecht auseinanderzubrechen. «Das ist etwas, was wir einfach lernen müssen, besser zu verteidigen, wenn wir auch mal in Unterzahl sind», betonte Labbadia.
In der Tabelle zog Frankfurt mit 38 Punkten mit der Hertha gleich, beide liegen nun zehn Punkte vor dem Relegationsrang. Abstieg adé. Gegen die Eintracht wurde aber auch deutlich, «dass du durch die vielen Ausfälle jetzt auf der letzten Rille läufst», sagte Labbadia: «Wir haben zu einfach die Tore kassiert.» Schon vor der Partie meldete Hertha den nächsten Ausfall für den Rest der Saison. Maximilian Mittelstädt ist an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt.
Bereits die Führung durch Piatek war schmeichelhaft, die Frankfurter Abwehr half mit einigen Patzern tatkräftig mit. Ansonsten brachte die Doppel-Neun - Labbadia stellte in Piatak und Vedad Ibisevic gleich zwei Mittelstürmer auf - nicht viel zustande, das Hertha-Spiel war recht ausrechenbar, Überraschungsmomente fehlten. Und Frankfurt erholte sich von dem Rückstand, besonders Filip Kostic setzte sich immer wieder wirkungsvoll in Szene, nachdem er seine Rotsperre abgesessen hatte.
Drei Tage nach dem frustrierenden Pokal-Aus beim FC Bayern präsentierte sich die Eintracht bestens erholt. Trainer Adi Hütter wechselte in seiner Startformation auf sieben Positionen, Labbadia auf drei. Zu Toren reichte es für die Gäste zwar erst nach der Pause, dann aber gleich mehrfach gegen eine nun wirkungslose und äußerst verunsicherte Heimmannschaft in Unterzahl.
Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff gelang Frankfurt der Ausgleich, als Dost aus kurzer Distanz traf. Kurz danach ließen die Frankfurter Ball und Gegner laufen und bejubelten nach einer tollen Kombination den Treffer durch Silva. Mit einem satten Linksschuss aus 16 Metern legte Ndicka nach, ehe noch einmal Silva zur Stelle war.
Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 13. Juni 2020 21:21 Uhr

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