Ernüchterung: Hertha will sich freischwimmen

Ernüchterung: Hertha will sich freischwimmen

Die angepeilten Ziele von Hertha BSC haben nach der zweiten 0:3-Niederlage hintereinander einen herben Dämpfer erhalten. Trainer Covic proklamiert nun einen Neuanfang in Mainz.

Kampf um den Ball

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Schalkes Weston McKennie (r) und der Berliner Ondrej Duda versuchen den Ball zu spielen. Foto: Federico Gambarini

Berlin (dpa) - Nach dem ersten Auswärtsspiel zum Saisonauftakt kehrte Hertha BSC frohen Mutes mit einem 2:2 beim FC Bayern München in die Hauptstadt zurück – ein Auswärtsspiel später hat die Ernüchterung eingesetzt und zu dem Punkt aus München ist kein weiterer hinzugekommen. «Die Situation ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, auch wenn jeder wusste, dass wir ein schweres Auftaktprogramm haben. Trotzdem haben wir in der Vorbereitung so gut performt, dass wir Hoffnung auf mehr hatten», sagte Hertha-Trainer Ante Covic am Sonntag keine 20 Stunden nach der 0:3-Niederlage beim FC Schalke 04, «leider ist nur ein Punkt daraus geworden.»
Besonders das Abwehrverhalten nach insgesamt acht Gegentreffern mit den beiden Eigentoren in der Veltins Arena durch Niklas Stark und Karim Rekik – dem ersten Eigentor-Doppelpack in der Bundesliga seit 2009 – hat dem jungen Trainer seinen 44. Geburtstag verdorben. «Das müssen wir schleunigst abstellen. Mit zweieinhalb Gegentoren pro Spiel wird es schwierig, Spiele zu gewinnen», lenkt Covic die Trainings-Priorität in den kommenden zwei Wochen während der Länderspielpause auf das Defensivverhalten: «Der Gegner muss derzeit nicht viel machen, um gegen uns zu treffen.»
Verteidiger Lukas Klünter sieht dagegen die ganze Mannschaft gefordert: «Wir hatten keinen Zugriff gefunden. Wenn Du 90 Minuten nur verteidigst, wie willst du dann ein Tor schießen?» Covic, der bereits am frühen Vormittag die Mannschaft zur Videoanalyse bat und sehr viel mit den Spielern spricht, vermisst eben diese Kommunikation auf dem Platz: «Du musst nur miteinander sprechen, dann hilfst du dir unheimlich. Das sind relativ simple Sachen, die wir machen müssen.»
Allerdings scheint das Problem der fehlenden Kommunikation auch am fehlenden Selbstvertrauen der Spieler zu liegen, wenn Covic meint, dass alle mit sich beschäftigt seien und nicht den Rundumblick hätten. Während der Länderspielpause will Covic deshalb das Bewusstsein schärfen, auch wenn er auf die Nationalspieler Niklas Stark, Ondrej Duda, Vladimir Darida, Peter Pekarik und Rune Jarstein verzichten muss. Besonders Eigentorschütze Stark freut sich über die erneute Nominierung zu den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande in Hamburg und in Belfast gegen Nordirland: «Da kriege ich den Kopf frei und dann geht es neu los.»
Auch für Covic avanciert die Partie beim FSV Mainz am 14. September in der Opel Arena (15.30 Uhr/Sky) zu einem weiteren Neuanfang. «Die Mannschaft hat null Punkte, wir haben einen Punkt. Wir wissen, was in Mainz auf uns zukommen wird. Das ist ein Spiel, bei dem sich eine Mannschaft freischwimmen kann.» Zugleich will der 44-Jährige selbst seine Sieg-Premiere in der Bundesliga begehen: «Es gibt keinen Ersatz für Siege.» Schalke hat es den Berlinern vorgemacht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 1. September 2019 12:40 Uhr

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