Herthas missglückter Jahresabschluss

Herthas missglückter Jahresabschluss

Statistisch beendet Hertha BSC die schwächste Bundesliga-Hinserie in der Amtszeit von Pal Dardai. Auch gegen Leverkusen zeigen sich die Berliner vor allem zu Beginn nicht wach. Der Coach hat vor allem Wunsch für die Rückrunde.

Pal Dardai

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Herthas Trainer Pal Dardai gestikuliert. Foto: Daniel Maurer/Archiv

Leverkusen/Berlin (dpa) - Am Ende einer missglückten letzten Dienstreise 2018 konnte Pal Dardai doch wieder lachen. «Von wem hat das Handy geklingelt?», fragte der Coach von Hertha BSC grinsend die Journalisten nach der Fragerunde zur 1:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen. Der sportliche Abschluss des Fußballjahres sorgte dagegen für keine positive Vorweihnachtsstimmung beim Berliner Bundesligisten.
«Wir haben die ersten 20 Minuten verpennt, es war von den Spielern wie ein Freundschaftsspiel: wenig Zweikämpfe, wenig Aggressivität», kritisierte Dardai am Samstag deutlich. Insgesamt wollte der Ungar aber kein negatives Fazit ziehen: «Wir müssen richtig froh sein, dass wir 24 Punkte am Ende der Hinrunde haben mit dieser Verletztenmisere.»
Sieben Punkte hatten die Hertha-Profis aus den letzten drei Spielen der Hinrunde selbst eigentlich avisiert, einer wurde es letztlich. Nach einem starken Start mit teils berauschenden Siegen über den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach und attraktiverem Fußball als in der Vorsaison zeigt die Formkurve nach unten.
Zwei Siege aus den vergangenen elf Ligaspielen - schlechter waren nur vier Bundesligateams in diesem Zeitraum. Mit 24 Zählern schlossen die Berliner die Hinserie mit der gleichen Punktzahl wie in der Vorsaison ab. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz war es die statistisch schwächste erste Bundesliga-Halbserie in der bisherigen Amtszeit von Dardai.
Wie schon mehrfach in dieser Hinrunde erlaubten sich die Berliner auch in Leverkusen einen schläfrigen Start: Kevin Vollands Führungstreffer (6. Minute) war bereits der sechs Gegentreffer in der Anfangsviertelstunde. «Wenn man sich die letzten Spiele von uns anschaut, sieht man, dass wir zu oft frühe Gegentore bekommen haben, weil wir noch nicht richtig auf dem Platz waren», analysierte Valentino Lazaro.
Beim «Slapstick-Tor» (Fabian Lustenberger) zum 0:2 durch Kai Havertz (23.) half Hertha-Keeper Rune Jarstein begünstigt durch einen Platzfehler kräftig mit. «Natürlich fühlt es sich nicht gut an und ich werde mich noch ein paar Tage über die Szene ärgern, aber im Nachhinein kann ich es nicht mehr ändern», sagte der ansonsten in dieser Hinserie solide Norweger zerknirscht. Nach dem Anschlusstreffer durch Jordan Torunarigha (26.) sorgte Havertz (49.) für die Entscheidung.
Die erneute Verletzung eines Stammspielers trübte dabei die Gemütslage der Berliner weiter ein. Flügelstürmer Mathew Leckie, beim 2:2 gegen den FC Augsburg noch mit starker Leistung, zog sich einen Muskelfaserriss zu und fällt erneut aus. «Im neuen Jahr hoffe ich, dass alle Spieler gesund sind, weil um defensiv gut zu stehen, brauchst du eine Abwehr die systematisch spielt», formulierte Dardai vor dem Trainingsstart am 3. Januar einen sportlichen Neujahrswunsch.
Ein Reservist wird dabei vorerst nicht dabei sein. Offensivspieler Alexander Esswein wurde für ein halbes Jahr an Abstiegskandidat VfB Stuttgart ausgeliehen. «Es ist für «Essi» aktuell vor allem wichtig, wieder regelmäßig Spielpraxis auf hohem Niveau zu sammeln», sagte Geschäftsführer Michael Preetz in einer Mitteilung des Clubs. Esswein war in dieser Bundesliga-Saison noch gar nicht zum Einsatz gekommen und lediglich in der Regionalliga aufgelaufen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 23. Dezember 2018