Hertha-Fans gegen Reizgegner unter Beobachtung

Hertha-Fans gegen Reizgegner unter Beobachtung

Die Vorzeichen stehen auf Spitzenspiel: Hertha ist in dieser Saison zuhause noch ungeschlagen, Leipzig seit neun Spielen unbezwungen. Doch die Fan-Problematik in Berlin dämpft die Euphorie schwer.

Hertha-Fans

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Feuerwerkskörper brennen im Berliner Fanblock (Archivbild)

Es ist ohnehin ein brisantes Duell - und dieses Mal stehen die Hertha-Fans noch unter besonderer Beobachtung. Im Bundesligaspiel eins nach den massiven Ausschreitungen von Berliner Ultras in Dortmund mit 45 Verletzten hat der Hauptstadtclub die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft. «Ich hoffe, dass am Samstag der Fußball im Vordergrund steht und das Spiel unter der Überschrift des Fairplays läuft», erklärte Hertha-Manager Michael Preetz, der eine Null-Toleranz-Politik gegen die eigenen Fan-Chaoten fährt, vor dem Spiel gegen RB Leipzig (18.30 Uhr/Sky).
Eigentlich ist Hertha eine positive Überraschung in der laufenden Saison - sportlich. Mit 16 Zählern steht die Mannschaft von Trainer Pal Dardai vor dem 10. Liga-Spieltag hinter den punktgleichen Leipzigern auf Tabellenplatz sechs. Im eigenen Stadion sind die Berliner in der laufenden Saison noch ungeschlagen, in vier Spielen gab es drei Siege und ein Unentschieden.
Ralf Rangnick, Trainer der seit neun Spielen unbezwungenen Leipziger, reist mit Respekt zu Hertha: «Ein großes Kompliment an Trainer Pal Dardai, der die letzten Jahre eine gute Aufbauarbeit geleistet hat. Man muss den Hut vor ihm und seiner Arbeit ziehen.»
Das Thema Fans aber dämmt die Euphorie in Berlin erheblich. Die modernisierte Ausrichtung der «Alten Dame», wie der 1892 gegründete Club genannt wird, sorgt bei vielen Fans schon seit Monaten für Unmut. Paul Keuter, Anfang 2016 in die Geschäftsleitung des Clubs aufgenommen, um «die digitale Transformation des Unternehmens weiter voranzutreiben», ist in der Fankurve Feindbild Nummer eins. Mitte Oktober wurde das Wohnhaus Keuters mit dem provokanten Satz beschmiert: «@Paul: Ist Hertha hier zu Hause?»
In und nach Dortmund gab es nun eine weitere Eskalation im Verhältnis des Vereins zu den Fans. Preetz bezeichnete das Verhalten von gewaltbereiten Berliner Anhängern als «Katastrophe». Gegen Leipzig dürfen die Fans keine Banner, Spruchbänder, Blockfahnen und Doppelhalter (Transparente mit zwei Haltestöcken) mit ins Olympiastadion nehmen. Die Einlasskontrollen sollen noch weiter verschärft werden, da Hertha die «Sicherheit aller Zuschauer bestmöglich gewährleisten» möchte, teilte der Verein mit.
Rangnick vertraut im zum Sicherheitsspiel hochgestuften Duell den Maßnahmen der Gastgeber. «Ich kenne Michael Preetz schon etwas länger, er ist ein ganz intelligenter Mann. Ich gehe fest davon aus, dass sich Hertha was dabei gedacht hat und dass es Gründe gibt, sich so zu entscheiden», sagte Rangnick am Freitag: «In der Vergangenheit hat man sich schon gefragt, wie einige Banner an den Kontrollen vorbeigekommen sind.»
Die Hertha-Traditionalisten lehnen den vom österreichischen Milliardär Dietrich Mateschitz alimentierten Club aus Sachsen vehement ab. Auf Plakaten bezeichneten sie Mateschitz als «Totengräber des Fußballs». Im Dezember 2016 hatten Berliner Fans in Leipzig mit einem Spruchband Rangnick persönlich diffamiert.
Sollte das auch in Berlin wieder passieren, will sich Rangnick damit nicht weiter beschäftigen. «Weder damals noch jetzt berührt oder trifft mich das in irgendeiner Form. Menschen, die so etwas aufhängen, können mich nicht treffen. Deswegen ist es mir egal», erklärte Rangnick. «Aber es ist mir nicht egal, was grundsätzlich in den Stadien passiert», betonte Trainer. «Und dafür gibt es Institutionen oder wie jetzt den Verein, der daraus Schlüsse zieht.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 2. November 2018