Kretzschmar nach Pleite: «Wird ein mühsamer Weg»

Kretzschmar nach Pleite: «Wird ein mühsamer Weg»

Dieses Ende bleibt auch bei Sportvorstand Stefan Kretzschmar in Erinnerung. In der Schlusssekunde hatte Valter Chrintz noch den vermeintlichen Ausgleich für die Füchse Berlin geworfen, das Team lag sich jubelnd in den Armen. Das Kampfgericht nahm den Treffer aber anschließend zurück, weil er erst einen Bruchteil von Sekunden nach der Sirene fiel. «Das habe ich in der Form lange nicht bei uns gesehen», sagte Kretzschmar nach dem 24:25: «Natürlich war das dann umso frustrierender für uns alle.»

Stefan Kretzschmar

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Stefan Kretzschmar, Sportlicher Leiter der Füchse Berlin.

Grund für eine anhaltende Frustration sah der Sportvorstand darin aber nicht. «Es war zwar kein Befreiungsschlag im Sinne, dass du etwas Zählbares mitnimmst, aber wir haben viel von dem gesehen, dass wir sehen wollten», sagte der 48-Jährige. Mit dem Auftritt war er absolut zufrieden. «Ich bin stolz, wie die Mannschaft das angegangen ist. Ich habe eine große Bereitschaft gesehen und wir sind als Team aufgetreten. Und das die Mannschaft auch in schwierigen Phasen nicht auseinander gefallen ist, war der erste Schritt», sagte er.
Der neue Teamgeist ist das Ergebnis eines dreitägigen Trainingslagers, das das Team vor dem Spiel in Göppingen absolviert hatte. «Da hat man in den letzten Tagen schon gemerkt, dass sich da was tut und sie viel miteinander kommuniziert haben. Und sich Lösungen versucht aufzuzeigen, um aus der Krise rauszukommen», berichtete er. Denn «in der Vergangenheit war es schon so, dass wenn es mal nicht so läuft, jeder gemeint hat, er müsste das Spiel unbedingt umbiegen», sagte Kretzschmar.
Deshalb war für den Ex-Profi das Spiel in Göppingen ein Schritt nach vorn. «Da waren viele Spieler dabei, die die Ärmel hochgekrempelt haben», sagte Kretzschmar. Ein Extra-Lob bekam Keeper Dejan Milosavljev, der mit starken Paraden neuen Schwung gab. «Der Junge war heiß bis unter die Hutkante. Er war ein toller Rückhalt. Und so etwas brauchst du auch», sagte er.
Und doch stecken die Füchse ergebnistechnisch weiter in der Krise. Von den vergangenen neun Spielen in der Handball-Bundesliga gingen sieben verloren. Kretzschmar ist klar, «dass es sicherlich nicht in drei Tagen umgebogen werden kann. Und dass das schon auch dauert. Dass das mit Selbstvertrauen zu tun hat und der Kopf eine große Rolle spielt.»
Der muss wieder frei werden. Aber Kretzschmar weiß, das «wird ein mühsamer Weg» und noch «eine harte Saison». Intern hat das Team für den Rest der Spielzeit neue Ziele definiert. Wichtig sei es jetzt, «den Bock umzustoßen», sagte der 46-Jährige. Am Donnerstag im Heimspielen gegen die Eulen Ludwigshafen (19.00 Uhr/Sky) gibt es die nächste Möglichkeit dazu.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 5. April 2021 11:39 Uhr

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