Viel Arbeit für Eisbären: Lapierre beendet Karriere

Viel Arbeit für Eisbären: Lapierre beendet Karriere

Die Eisbären Berlin trifft es knüppeldick. Zahlreiche Corona-Fälle im Team haben die Vorbereitung kurz vor dem Saisonbeginn jäh unterbrochen und nun hat Maxim Lapierre auch noch sein sofortiges Karriereende erklärt. Es sei einfach an der Zeit gewesen, sagte der 35-Jährige in einer Mitteilung am Sonntag. Es sei «ein Schock» für sie gewesen, sagte Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer.

Berlins Maxim Lapierre

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Berlins Maxim Lapierre.

«Selbstverständlich respektieren wir Maxims Entscheidung, auch wenn wir ihn nur sehr schwer ersetzen werden können. Er hat in dem einen Jahr in Berlin gezeigt, dass er ein Top-Spieler und Leader ist», sagte Richer. Lapierre war zur vergangenen Saison vom HC Lugano in die Hauptstadt gewechselt. Nicht nur beim ohnehin schwierigen Start in die Saison mit einer alles anderen als optimalen Vorbereitung wird der derzeit verletzte Lapierre mit seiner Erfahrung von rund 700 Spielen in der NHL den Eisbären fehlen.
Bis Donnerstag befinden sich Lapierres nun ehemalige Mitspieler, die Trainer und auch Betreuer der Berliner in häuslicher Quarantäne. Selbst wenn der Trainingsbetrieb unmittelbar danach wieder aufgenommen werden kann, bleiben den Hauptstädtern nur wenige Tage, um bis zum ersten Auftritt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven am 18. Dezember die nötige Form zu finden.
Nach den positiven Testergebnissen, die sich im Laufe der vergangenen Woche trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gehäuft hatten, mussten die Berliner schon zum zweiten Mal ihr Vorbereitungsprogramm ändern. Bereits Anfang Oktober hatten sie die Teilnahme an einem Turnier in Dresden wegen eines Corona-Befunds im Kader kurzfristig abgesagt.
Geschäftsführer Peter John Lee glaubt, dass solche Widrigkeiten auch die in knapp zwei Wochen beginnende DEL-Spielzeit prägen dürften: «Die Probleme, die wir jetzt haben, werden in der Saison auch vorkommen», sagte er angesichts der jüngsten Infektionsfälle. «Wir lernen jedes Mal ein bisschen mehr.»
Für die Eisbären wird es aufgrund der derzeitigen Zwangspause umso schwerer, bis zum Saisonauftakt ihre deutlich erkennbaren Mängel zu beheben. Vor der Absage der beiden ausstehenden Vorrundenbegegnungen gegen den EHC Red Bull München und die Adler Mannheim hatten sie alle vier Spiele beim Magentasport-Cup verloren und immer wieder beunruhigende Schwächen offenbart. Zuletzt kassierten sie sogar eine 2:7-Pleite bei den Schwenninger Wild Wings, die das Vorbereitungsturnier der DEL inzwischen ebenfalls aufgrund von Corona-Fällen vorzeitig beenden mussten.
Zudem bleiben Coach Serge Aubin nun nur noch wenige Trainingseinheiten, um auf die jüngsten Veränderungen im Kader zu reagieren. Die von den Los Angeles Kings ausgeliehenen Angreifer Akil Thomas und Aidan Dudas, die während der gesamten Vorbereitung im Team standen, kehren nach Nordamerika zurück. Und Lapierre steht nicht mehr zur Verfügung. Die in den vergangenen Tagen neu gekommenen Flügelstürmer, Kris Foucault und Giovanni Fiore, müssen erst noch in die Mannschaft integriert werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 6. Dezember 2020 13:45 Uhr

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