Eisbär Richer: «Bis November könnte viel passieren»

Eisbär Richer: «Bis November könnte viel passieren»

Stéphane Richer muss derzeit vor allem flexibel sein. Der Sportdirektor der Eisbären Berlin ist wie in jedem Sommer mit den Planungen für die kommende Eishockeysaison beschäftigt - doch die Folgen der Covid-19-Pandemie haben die gewohnten Abläufe in diesem Jahr gehörig durcheinandergebracht. «Wegen Corona ist es schwierig, zu planen», sagte der 54 Jahre alte Kanadier. «Es ist immer von Woche zu Woche anders.»

Stéphane Richer

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Stephane Richer, Sportdirektor der Eisbären Berlin.

So musste Richer mit dem Trainerstab ein neues Konzept für die Vorbereitung entwickeln, nachdem die Deutsche Eishockey Liga (DEL) vor wenigen Tagen beschlossen hatte, nicht wie üblich im September sondern frühestens im November in die neue Spielzeit zu starten. Das erste Pflichtspiel erwartet die Eisbären damit erst am 6. Oktober: Dann werden die Berliner nach jetzigem Stand in der Champions Hockey League (CHL) gegen das schwedische Spitzenteam Luleå HF antreten.
Der Verein reagierte umgehend auf die neue Situation. «Wir planen, das Mannschaftstraining Mitte September zu beginnen», sagte Richer. Ursprünglich sollten die Profis bereits in gut zwei Wochen wieder gemeinsam in Berlin auf dem Eis stehen. Doch auch nach der Entscheidung der DEL bleiben Unwägbarkeiten: «Wir haben einen Plan, aber es ist schwer, ihn zu konkretisieren», räumte Richer ein. «Es könnte viel passieren bis November.»
So hofft der Kanadier nach der erzwungenen Absage der bereits geplanten Testspiele darauf, dass sich die von der DEL angeregten Pläne für ein Pokalturnier vor dem Ligastart realisieren lassen. «Es würde allen Mannschaften helfen, ein paar Vorbereitungsspiele zu haben, bevor es wieder losgeht», sagte er.
Keine Sorgen bereitet dem Sportdirektor immerhin die Kaderplanung: Bereits sieben Zugänge konnte er verpflichten, darunter Mathias Niederberger, den zuletzt besten Torhüter der DEL, den deutschen Nationalspieler Parker Tuomie sowie Talente wie Nino Kinder, Tobias Ancicka und Haakon Hänelt. «Momentan sind wir sehr zufrieden mit der Mannschaft, die wir haben», sagte Richer. «Wir haben ein paar gute junge deutsche Spieler geholt. Im Tor sind wir gut aufgestellt, in der Abwehr sind wir komplett.»
Weitere Verstärkungen für den Angriff will Richer aber nicht ausschließen. Schließlich verließ nach James Sheppard, der zu den Kölner Haien wechselte, in der vergangenen Woche in Austin Ortega ein weiterer Leistungsträger den Verein. Der US-Amerikaner mochte die von der DEL im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens von allen Profis geforderte Gehaltsreduzierung nicht akzeptieren und erhielt daraufhin die Freigabe. «Wir beobachten den Markt - immer mit dem Gedanken, dass es für die Mannschaft, das Budget und die ganze Planung passen muss, wenn wir noch etwas tun», sagte Richer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 16. Juli 2020 12:08 Uhr

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