Eisbären Berlin: Viele Fragezeichen für Sportdirektor Richer

Eisbären Berlin: Viele Fragezeichen für Sportdirektor Richer

Erst in der Endphase der Saison zeigten die Hauptstädter, wozu sie in der Lage sind. Für die neue Spielzeit braucht der DEL-Rekordmeister nun eine Mannschaft, die konstant auf hohem Niveau spielen kann.

Stéphane Richer

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Berlins Trainer Stéphane Richer. Foto: Lisa Ducret

Berlin (dpa/bb)- Sportdirektor Stéphane Richer gönnt sich nur «ein paar Tage Ruhe», um das vorzeitige Saisonende der Eisbären Berlin zu verdauen. «Mitte der Woche werden wir einen Plan aufstellen, wie es weiterläuft», sagte der Kanadier, nachdem die Berliner im Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am EHC Red Bull München gescheitert waren.
Schließlich wartet eine Menge Arbeit auf den 52-Jährigen, dessen Zeit als Interimstrainer mit dem Ausscheiden endete: Er muss eine Mannschaft zusammenstellen, die deutlich konstanter und überzeugender auftritt als über weite Strecken der gerade beendeten Spielzeit, in der die Eisbären lange hinter ihren Ansprüchen zurückgeblieben waren und die Hauptrunde nur auf Platz neun abschlossen hatten.
«Wir hatten viele verletzte Spieler, viele Widrigkeiten, viele Sachen, die nicht funktioniert haben», räumte Kapitän André Rankel ein. «Wir haben teilweise Spiele abgeliefert, die so nicht zu akzeptieren sind.» Erst zum Ende der Hauptrunde und in den Playoffs, als die Verletzungssorgen kleiner geworden waren und die Spieler ihre Rollen gefunden hatten, habe die Mannschaft «die Kurve gekriegt» und «sehr gutes Eishockey gespielt», sagte der 33-Jährige.
Angesichts der zwei Gesichter, die das Team gezeigt hatte, muss Richer nun entscheiden, wie groß der personelle Umbruch ausfallen soll. «Wir werden Einzelgespräche mit den Spielern führen und in den nächsten paar Wochen alles analysieren», sagte er. Dann gilt es, Profis zu ersetzen, die sich nicht für eine Weiterbeschäftigung empfehlen konnten, und Leistungsträger zu halten.
Offen ist etwa, ob Austin Ortega, der Topscorer des Teams in den Playoffs, bleiben wird. «Ich weiß es nicht», sagte der US-Amerikaner, der erst im Februar zu den Eisbären gekommen war. «Ich kann nur sagen, dass ich die Zeit hier wirklich genossen habe.» Immerhin scheint bereits ein prominenter Neuzugang festzustehen: Dass Nationalspieler Leonhard Pföderl von den Nürnberg Ice Tigers kommen wird, gilt seit Monaten als sicher.
Baustellen gibt es aber nicht nur im Kader. Auch ein neuer Trainer wird noch gesucht. Als heißester Kandidat gilt Serge Aubin, den Richer aus seiner Zeit bei den Hamburg Freezers bestens kennt. Nach Aussagen der Verantwortlichen ist aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 31. März 2019 10:30 Uhr

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