Alba Berlin auf Formsuche: «Sehr weiten Weg vor uns»

Alba Berlin auf Formsuche: «Sehr weiten Weg vor uns»

Beim deutschen Basketball-Meister Alba Berlin herrscht nach den ersten beiden Pflichtspielen der Euroleague-Saison große Ernüchterung - und es gibt bereits eine klare Erkenntnis. «Wir haben gesehen, dass wir noch einen sehr weiten Weg vor uns haben», sagte Manager Marco Baldi. Der Auftaktpleite in Tel Aviv folgte am Freitagabend die klare 72:90-Niederlage gegen den FC Bayern München.

Alba Berlin

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Albas Maodo Lo (l-r) klatscht sich mit Jonas Mattisseck, Simone Fontecchio und Marcus Eriksson ab.

Vor allem die Deutlichkeit schmerzte. «Das hat sehr weh getan, dass wir den Bayern sehr einfache Körbe geschenkt haben. Eigentlich sind wir das Team, das rennt. Aber das waren wir nicht», klagte Nationalspieler Johannes Thiemann. Alles das, was Alba in den letzten Jahren so stark gemacht hatte, fehlt dem Bundesligisten derzeit noch. Zu selten kommt der Doublegewinner ins Tempospiel, zu selten stimmen die Abläufe. «Unsere Stärke wird immer im Team liegen. Aber das dauert eben, bis es sich findet. Und durch Niederlagen wird das natürlich nicht einfacher», sagte Baldi.
Die Selbstverständlichkeit der vergangenen Saison ist verloren gegangen, nachdem Alba alle zehn Spiele des Finalturniers wie eine echte Spitzenmannschaft gewann und sich die Meisterschaft sicherte. «Aber das ist jetzt Vergangenheit. Wir müssen uns mit der Gegenwart beschäftigen», sagte Trainer Aito Garcia Reneses. Aktuell haben die Spieler noch viel mit sich selber zu tun, müssen ihre Rolle noch finden. «Wir sind unter den Möglichkeiten geblieben, die dieses Team hat. Aber die müssen wir auch erst entwickeln», sagte Baldi.
Es gibt Phasen im Berliner Spiel, in denen es gut lief. Aber sowohl gegen Tel Aviv als auch gegen die Bayern lief es nicht und das Selbstvertrauen ging verloren. «Wir müssen einen Weg finden, wenn wir unseren Fluss verlieren, dass dann nicht alles runter geht», forderte deshalb Baldi. Trainer Aito mahnte aber zur Geduld. «Es ist wichtig zu wissen, wer wir sind. Wir kennen unsere Probleme», sagte der Spanier. Unnötiger Druck soll gar nicht erst aufgebaut werden. Aber klar ist auch, Alba braucht ein Erfolgserlebnis.
«Die werden auch kommen und dann wird es laufen», sagte Baldi. Schon am Dienstag geht es in der Euroleague mit einem Heimspiel weiter. Dann geht es gegen Anadolu Efes Istanbul (20.00 Uhr/Magentasport). Die Türken waren vergangene Saison einer der Topfavoriten auf den Titel und standen beim Abbruch der Saison auf Platz eins der Tabelle.
«Von daher ist es vielleicht ganz gut, dass wir ohne Druck aufspielen können», sagte Thiemann. In dieser Saison haben die Türken allerdings - ebenso wie Alba - die ersten beiden Begegnungen verloren. Auch sie werden Druck haben. «Es wird sicher keine leichte Aufgabe», sagte Thiemann.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 11. Oktober 2020 11:09 Uhr

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