«Eine gewisse Realität»: Alba nach Lehrstunde gelassen

«Eine gewisse Realität»: Alba nach Lehrstunde gelassen

Nach der klaren 66:82-Heimniederlage gegen ZSKA Moskau ist Basketball-Bundesligist Alba Berlin in der Euroleague endgültig auf dem Boden der Tatsachen gelandet. «Wir sind nicht traurig, das ist eine gewisse Realität», sagte Manager Marco Baldi am Freitagabend. Gegen den routinierten und finanzkräftigeren Titelverteidiger zahlte Alba einmal mehr Lehrgeld.

Niels Giffey

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Albas Niels Giffey steht auf dem Court.

Selten in der Zeit unter Trainer Aito Garcia Reneses präsentierte sich Alba in der Offensive so harmlos wie am Freitagabend. Das lag vor allem an der guten Verteidigung von ZSKA. «Das ist die wahrscheinlich beste Defensive Europas», fand Baldi. Die Berliner boten zwar viel Kampf, hatten aber wenig spielerische Lösungen. «Wir bekommen immer Schwierigkeiten, wenn wir unseren Spielfluss nicht aufbauen können», sagte Baldi.
Auch Coach Aito war mit dem Auftritt seines Teams nicht zufrieden. «Wir haben nicht über das ganze Spiel mit der nötigen Intensität gespielt. Warum? Weil wir merkten, dass es mit zunehmender Spielzeit immer schwieriger wurde, dieses Spiel zu gewinnen. So haben wir unsere Konzentration verloren. Aber die brauchen wir immer», meinte der Spanier.
Nach drei Pleiten in vier Euroleague-Spielen werden die Verantwortlichen aber dennoch nicht nervös. «Das waren ja alles starke Gegner, gegen die man verlieren kann. Man muss das alles auch im Verhältnis sehen. Und so gesehen, präsentieren wir uns trotzdem gut», sagte Nationalspieler Johannes Thiemann, der gegen ZSKA sein Saisondebüt nach seiner Verletzung feiern durfte.
Baldi sieht sogar etwas Positives in der Heimniederlage. «Dadurch ist eine gewisse Demut da und die Bereitschaft weiter zu lernen und zu investieren. Aus so einem Abend nimmt man auch was mit», sagte der Manager. Der Underdog will sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. «Wir haben in der Euroleague null Druck», sagte Baldi. Eine Steigerung und einen Lerneffekt erwartet er aber schon.
Denn am Dienstag folgt bereits das nächste Heimspiel in der Euroleague. Mit dem italienischen Vertreter Armani Exchange Mailand erwartet die Berliner ein weiteres Starensemble (20.00 Uhr). «Das wird definitiv wieder nicht einfach», warnte Thiemann. Für Baldi wird es deshalb darauf ankommen, die Linie im Spiel nicht zu verlassen. «Wenn wir den Spielfluss nicht bekommen, müssen wir trotzdem in unserem Spiel bleiben», forderte er.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 26. Oktober 2019 11:39 Uhr

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