«Viel Arbeit»: ALBA bremst nach Jena-Sieg die erste Euphorie

«Viel Arbeit»: ALBA bremst nach Jena-Sieg die erste Euphorie

Nach der holprigen Vorbereitung überrascht der fulminante Auftaktsieg sogar ALBA selbst. Die Berliner sind um Bodenhaftung bemüht, denn nun wartet ein echter Härtetest.

Joshiko Saibou, Ermen Reyes-Napoles und Ikenna Iroegbu

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Joshiko Saibou von Berlin und Ermen Reyes-Napoles sowie Ikenna Iroegbu von Jena (l.-r.) kämpfen um den Ball. Foto: Arne Immanuel Bänsch

Berlin (dpa/bb) - Der rekordverdächtige Auftakt sorgte selbst bei ALBA Berlin für ungläubige Gesichter. Niemand hätte gedacht, dass der Hauptstadtclub so furios wie beim 112:55-Auftakt gegen Science City Jena in die Saison der Basketball-Bundesliga startet. «Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Besser als wir es vorher erwarten konnten», sagte auch Trainer Aito Garcia Reneses leicht überrascht. Es war der vierthöchste Heimsieg in der kompletten Liga seit Beginn der Datenerfassung 1998/99 - und der höchste an einem ersten Spieltag.
Nach holpriger Vorbereitung, war unklar, wo das Team steht. Vor Start gab es zwei ernüchternde Testspielniederlagen. «Das war vielleicht der Grund, warum wir heute so gut gespielt haben. Wir haben gesehen, dass wir verlieren können, wenn wir nicht hundertprozentig konzentriert sind», sagte Neuzugang Johannes Thiemann.
ALBA legte den Schalter rechtzeitig um und spielte über vierzig Minuten mit hoher Intensität. «Das hat richtig Spaß gemacht. Und am Ende haben wir uns richtig in einen Rausch gespielt», sagte Thiemann. Dem Nationalspieler gelangen 18 Punkte und er spielte so, als wäre er schon immer Bestandteil des Teams gewesen.
Dabei spielte ALBA nicht einmal am oberen Limit. In der Anfangsphase gab es viele Fehler. «Deshalb haben wir noch viel Arbeit vor uns», sagte Manager Marco Baldi. So blieb zum Beispiel der hochgelobte Isländer Martin Hermannsson noch hinter seinen Möglichkeiten. «Er hat vielleicht das größte Trefferpotenzial bei uns», sagte Baldi. Gegen Jena blieb Hermannsson als einziger Berliner ohne Punkt.
Deshalb ist ALBA auch um Bodenhaftung bemüht. «Wir dürfen uns freuen, aber wir müssen diese Emotionen kontrollieren», forderte Aito. Am Dienstag wartet auf die Berliner beim Eurocup-Auftakt gegen das türkische Topteam Tofas Bursa der erste Härtetest. «Das Spiel gegen Jena hat keine wirkliche Aussagekraft, denn das war ohne Widerstand. Gegen Bursa werden wir sehen, wo wir wirklich stehen», sagte Baldi.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 30. September 2018 11:50 Uhr

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