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Un ballo in maschera

In den Artikeln, die vor kurzem aus Anlass des 80. Geburtstag von Julia Varady erschienen, wurden übereinstimmend vor allem zwei Dinge hervorgehoben: zum einen, dass es sich bei der 1941 geborenen ungarischen Sopranistin um ein der bedeutendsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts handele. Zum anderen, dass Julia Varady nur deshalb nicht so bekannt geworden sei, wie es ihr eigentlich zukäme, weil sie den Großteil ihrer Auftritte ihren beiden Stammhäusern, der Bayerischen Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin vorbehalten hätte. Tatsächlich hat kaum jemand so viel zum Ruf der Deutschen Oper Berlin als Heimat großer Sängerpersönlichkeiten beigetragen wie Julia Varady. 18 verschiedene Partien präsentierte sie an diesem Haus und im Zentrum standen dabei die großen Frauenfiguren der Opern Giuseppe Verdis. Die Amelia in Verdis UN BALLO IN MASCHERA war auch die letzte Opernpartie, in der Julia Varady sich dem Berliner Publikum präsentierte, und die Wiederaufnahme der Inszenierung von Götz Friedrich am 20. Dezember bildet jetzt den Rahmen für die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft, mit der die Deutsche Oper Berlin ihre Treue und ihre Bedeutung für das Musiktheater würdigt.

König Gustaf III. hält seine Morgenaudienz, als wäre es eine Theatervorstellung. Der Page Oskar überreicht dem König die Gästeliste eines bevorstehenden Maskenballs. Gustaf entdeckt darauf den Namen Amelias, der Frau seines besten Freundes René Anckarström, die er heimlich liebt. Eine Verschwörung gegen den König bahnt sich an. René warnt ihn, aber der König unterschätzt die Gefahr. Auch den Orakelspruch der Wahrsagerin Ulrika, die ihm weissagt, dass er getötet werden wird von dem, der ihm zuerst die Hand reichen wird, nimmt er nicht ernst, ist es doch sein Freund René Anckarström, der ihn mit Handschlag begrüßt. Als sich Gustaf und Amelia um Mitternacht auf der Richtstätte ihre Liebe gestehen, taucht René unerwartet auf, um den Freund erneut zu warnen. Er tauscht den Mantel mit dem König, damit dieser unerkannt fliehen kann und verspricht, die verschleierte Unbekannte zurück zur Stadt zu geleiten. Die Verschwörer kommen und greifen den vermeintlichen König an. René gibt sich zu erkennen. Seine Frau Amelia wirft sich zwischen die Kämpfenden und lässt dabei ihren Schleier fallen. Als betrogener Ehemann verspottet, will sich René den Verschwörern anschließen. Als der Page Oskar des Königs Einladung zum Maskenball bringt, beschließt er, den Ball für Gustaf zum Totentanz werden zu lassen, ohne zu wissen, dass sich der König bereits gegen die Liebe und für die Pflicht entschieden hat. Als er von Amelia Abschied nimmt, wird er von René erschossen.

UN BALLO IN MASCHERA gilt als Musterbeispiel für Verdis neue Ästhetik der verità, die ein breites Spektrum musikalisch-dramatischer Facetten entwickelt. Der tragischen Liebesbeziehung zwischen König Gustaf III. und Amelia, die einem Verhängnis gleicht, wird als Kontrapunkt die strahlende Hofatmosphäre, vor allem repräsentiert durch den Pagen Oskar, gegenübergestellt. Dramatischer Höhepunkt ist das Finale des 3. Aktes: Auf dem Maskenball der Hofgesellschaft finden sich mit dem Grafen René Anckarström auch die Verschwörer ein, die beiden Handlungsstränge durchdringen sich gegenseitig. Vor dem Hintergrund eleganter Tanzmusik entwickelt sich die Katastrophe. Die letzte Begegnung zwischen Amelia und Gustaf wird begleitet von einem stilisierten Menuett, nur einmal unterbrochen durch eine angstgeladene Musik, wenn Amelia um das Leben des Geliebten fürchtet. Die zwischen Begehren und Gewissensqual wechselnden Gefühle der beiden Hauptfiguren spiegelt die Vielfalt der musikalischen Gestaltung: musikalische Kontraste, scharfe Punktierungen und Synkopenbildungen bringen die Intensität der Gefühle zum Ausdruck. Das Drama vollzieht sich vor allem in der Musik.

Götz Friedrich und seine beiden Ausstatter lassen es darüber hinaus durch ihre Bühnengestaltung und eine ausgefeilte Personenregie auch auf der Bühne sicht- und erfahrbar werden.

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Un ballo in maschera

Bild 1
  • Ein Maskenball – 2016
    2016

    Ein Maskenball – 2016

  • Ein Maskenball – Judit Kutasi als Ulrika, Adrianne Pieczonka als Amelia, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Judit Kutasi als Ulrika, Adrianne Pieczonka als Amelia, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Judit Kutasi als Ulrika, Adrianne Pieczonka als Amelia, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Judit Kutasi als Ulrika, Adrianne Pieczonka als Amelia, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Etienne Dupuis als Anckarström, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Etienne Dupuis als Anckarström, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Elena Tsallagova als Oscar, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Elena Tsallagova als Oscar, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Elena Tsallagova als Oscar, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Elena Tsallagova als Oscar, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Judit Kutasi als Ulrika, Etienne Dupuis als Anckarström, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Judit Kutasi als Ulrika, Etienne Dupuis als Anckarström, Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III. Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Etienne Dupuis als Anckarström, Jorge de León als Gustaf III., Elena Tsallagova als Oscar Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Etienne Dupuis als Anckarström, Jorge de León als Gustaf III., Elena Tsallagova als Oscar Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Elena Tsallagova als Oscar, Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Elena Tsallagova als Oscar, Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia, Etienne Dupuis als Anckarström Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia, Etienne Dupuis als Anckarström Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – u. a. Etienne Dupuis als Anckarström Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – u. a. Etienne Dupuis als Anckarström Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Adrianne Pieczonka als Amelia Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Elena Tsallagova als Oscar Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Elena Tsallagova als Oscar Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Elena Tsallagova als Oscar Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Jorge de León als Gustaf III., Elena Tsallagova als Oscar Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Marcus Lieberenz

  • Ein Maskenball – Etienne Dupuis als Anckarström Marcus Lieberenz
    2016 Marcus Lieberenz

    Ein Maskenball – Etienne Dupuis als Anckarström Marcus Lieberenz

König Gustaf III. hält seine Morgenaudienz, als wäre es eine Theatervorstellung. Der Page Oskar überreicht dem König die Gästeliste eines bevorstehenden Maskenballs. Gustaf entdeckt darauf den Namen Amelias, der Frau seines besten Freundes René Anckarström, die er heimlich liebt. Eine Verschwörung gegen den König bahnt sich an. René warnt ihn, aber der König unterschätzt die Gefahr. Auch den Orakelspruch der Wahrsagerin Ulrika, die ihm weissagt, dass er getötet werden wird von dem, der ihm zuerst die Hand reichen wird, nimmt er nicht ernst, ist es doch sein Freund René Anckarström, der ihn mit Handschlag begrüßt. Als sich Gustaf und Amelia um Mitternacht auf der Richtstätte ihre Liebe gestehen, taucht René unerwartet auf, um den Freund erneut zu warnen. Er tauscht den Mantel mit dem König, damit dieser unerkannt fliehen kann und verspricht, die verschleierte Unbekannte zurück zur Stadt zu geleiten. Die Verschwörer kommen und greifen den vermeintlichen König an. René gibt sich zu erkennen. Seine Frau Amelia wirft sich zwischen die Kämpfenden und lässt dabei ihren Schleier fallen. Als betrogener Ehemann verspottet, will sich René den Verschwörern anschließen. Als der Page Oskar des Königs Einladung zum Maskenball bringt, beschließt er, den Ball für Gustaf zum Totentanz werden zu lassen, ohne zu wissen, dass sich der König bereits gegen die Liebe und für die Pflicht entschieden hat. Als er von Amelia Abschied nimmt, wird er von René erschossen.

UN BALLO IN MASCHERA gilt als Musterbeispiel für Verdis neue Ästhetik der verità, die ein breites Spektrum musikalisch-dramatischer Facetten entwickelt. Der tragischen Liebesbeziehung zwischen König Gustaf III. und Amelia, die einem Verhängnis gleicht, wird als Kontrapunkt die strahlende Hofatmosphäre, vor allem repräsentiert durch den Pagen Oskar, gegenübergestellt. Dramatischer Höhepunkt ist das Finale des 3. Aktes: Auf dem Maskenball der Hofgesellschaft finden sich mit dem Grafen René Anckarström auch die Verschwörer ein, die beiden Handlungsstränge durchdringen sich gegenseitig. Vor dem Hintergrund eleganter Tanzmusik entwickelt sich die Katastrophe. Die letzte Begegnung zwischen Amelia und Gustaf wird begleitet von einem stilisierten Menuett, nur einmal unterbrochen durch eine angstgeladene Musik, wenn Amelia um das Leben des Geliebten fürchtet. Die zwischen Begehren und Gewissensqual wechselnden Gefühle der beiden Hauptfiguren spiegelt die Vielfalt der musikalischen Gestaltung: musikalische Kontraste, scharfe Punktierungen und Synkopenbildungen bringen die Intensität der Gefühle zum Ausdruck. Das Drama vollzieht sich vor allem in der Musik.

Götz Friedrich und seine beiden Ausstatter lassen es darüber hinaus durch ihre Bühnengestaltung und eine ausgefeilte Personenregie auch auf der Bühne sicht- und erfahrbar werden.

3 Stunden / Eine Pause

Künstler/Beteiligte: Michelangelo Mazza (Musikalische Leitung), Götz Friedrich (Inszenierung), Gottfried Pilz (Bühne, Kostüme), Isabel Ines Glathar (Bühne, Kostüme), Jeremy Bines (Chöre), Andria Hall (Choreografische Mitarbeit), Yusif Eyvazov (Gustaf III, König von Schweden), Carlos Álvarez (Graf René Anckarström), Angela Meade (Amelia, seine Gattin), Judit Kutasi (Ulrika Arvedson, Wahrsagerin), Meechot Marrero (Oscar, Page), Samueol Park (Christian, ein Seemann), Patrick Guetti (Graf Horn), Tyler Zimmerman (Graf Ribbing), Jörg Schörner (Der Oberste Richter), Andrew Dickinson (Diener), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chöre), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester), Opernballett der Deutschen Oper Berlin (Tanz)

Laufzeit: Mo, 20.12.2021 bis So, 17.04.2022

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts

Alternative Veranstaltungen

Hänsel und Gretel – Bettina Stöß
Bettina Stöß

Hänsel und Gretel - Deutsche Oper Berlin

Seit über 100 Jahren gehört Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel" zu den beliebtesten Opern für die ganze Familie. Andreas Homoki und sein Bühnenbildner Wolfgang Gussmann erzählen die Geschichte kindergerecht in der Deutschen Oper Berlin. mehr

Nächster Termin:
Hänsel und Gretel
Termin:
Montag, 27. Dezember 2021, 14:00 Uhr (1 weiterer Termin)
Ort:
Deutsche Oper Berlin
Adresse:
Bismarckstraße 35, 10627 Berlin-Charlottenburg
Preis:
ab 24,00 €
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