Salome

Claus Guth verbannt sämtlichen Orientalismus und betrachtet seine Titelheldin mit sezierendem, psychoanalytischem Blick.

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  • Salome – Szenenimpression Monika Rittershaus
    2016 Monika Rittershaus

    Salome – Szenenimpression Monika Rittershaus

  • Salome – Jeanne-Michèle Charbonnet, Catherine Naglestad Monika Rittershaus
    2016 Monika Rittershaus

    Salome – Jeanne-Michèle Charbonnet, Catherine Naglestad Monika Rittershaus

  • Salome – Catherine Naglestad, Michael Volle Monika Rittershaus
    2016 Monika Rittershaus

    Salome – Catherine Naglestad, Michael Volle Monika Rittershaus

  • Salome – Catherine Naglestad u. a. Monika Rittershaus
    2016 Monika Rittershaus

    Salome – Catherine Naglestad u. a. Monika Rittershaus

  • Salome – u. a. Catherine Naglestad Monika Rittershaus
    2016 Monika Rittershaus

    Salome – u. a. Catherine Naglestad Monika Rittershaus

Salome steigt hinab in die Abgründe ihrer Jugendzeit, in der sich Übergriffe ihres Stiefvaters tief in ihre Seele gegraben haben. Und aus diesen Tiefen heraus schafft sie sich ihren Retter Jochanaan, mit dem sie den Kampf gegen den verhassten Vater aufnehmen kann …

Dirigent: Axel Kober; Regie: Claus Guth; Mit Thomas Blondelle, Doris Soffel / Petra Lang [März], Jennifer Holloway / Vida Miknevičiūtė [März], Jordan Shanahan, Mihails Čuļpajevs / Attilio Glaser [März], Annika Schlicht u. a.

Das Stück:
Als „Salomé“ von Oscar Wilde 1896 in Paris zum ersten Mal auf die Bühne kam, verbüßte der Autor in London eine Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“. In Großbritannien und auch in den deutschsprachigen Ländern waren nur Privataufführungen des skandalumwitterten Stücks möglich. Eine solche besuchte Richard Strauss 1902 in Max Reinhardts „Kleinem Theater“ in Berlin. Ein Jahr später entschied er sich dazu, Wildes Text zur Grundlage eines Operneinakters zu machen. Die Uraufführung der Salome  1905 in Dresden war ein durchschlagender Erfolg für den Komponisten. Er fordert darin das Genre heraus: Eine rauschhafte und liebestrunkene Musik kontrastiert das denkbar grässlichste, monströseste Geschehen.

Die Oper beginnt ohne Vorspiel, und wir werden direkt in Salomes Welt hineinkatapultiert. Salome lebt in einer perfekten bürgerlichen Welt. Sie ist die Tochter der Herodias. Mit ihr lebt sie bei ihrem Stiefvater Herodes – ein mächtiger Mann in einer Männerwelt. Und er hat ein ganz besonderes Verhältnis zu seiner neuen Tochter, der kleinen Prinzessin. Und sie zu ihm. In dieser Familienkonstellation wächst das Kind Salome heran. Und in der Nacht, wenn alle anderen schlafen, imaginiert sie sich ihre eigene Welt. Sie nimmt den Kampf mit ihrem neuen Vater auf, der sie einschüchtert, der sie begehrt, der mit ihr spielt. Diesen Vater, diesen Mann will sie besiegen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, und sie schaut sich selbst zu, wie sie spielt: Vater, Mutter, Kind. Das ist eine hochexplosive Welt, in die sie sich hineinträumt. Aus diesen dunklen Träumen heraus erschafft sich Salome in der Nacht eine Gestalt, einen Gegenentwurf zu der Welt, in der sie sich befindet. Dieses Wesen ist Jochanaan. In dem Familienspiel fungiert er als der Anti-Vater, als die Waffe gegen den Vater, als Erlöser- und Retterfigur. Und wenn der Tag anbricht, sitzt Jochanaan mit Vater, Mutter und dem kriegerischen Kind mit am Tisch. Gemeinsam mit Jochanaan wird Salome diese Ordnung aufsprengen.

Salome ist die erste Arbeit von Claus Guth an der Deutschen Oper Berlin. Seit 1999, als er bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg CRONACA DEL LUOGO von Luciano Berio inszenierte, gehört er zu den gefragtesten Opernregisseuren der Welt. Salzburg, wo er unter anderem die „Da Ponte Trilogie“ [mit Anna Netrebko als Susanna in LE NOZZE DI FIGARO] inszenierte, Bayreuth [DER FLIEGENDE HOLLÄNDER 2003], Zürich, Mailand, München, Hamburg, Frankfurt, Dresden und das Theater an der Wien gehören zu seinen regelmäßigen Stationen wie auch die Staatsoper im Schillertheater.

1 Stunde 45 Minuten / Keine Pause

Künstler/Beteiligte: Axel Kober (Musikalische Leitung), Claus Guth (Inszenierung), Muriel Gerstner (Bühne, Kostüme), Olaf Freese (Licht), Sommer Ulrickson (Choreografie), Thomas Blondelle (Herodes), Doris Soffel (Herodias), Jennifer Holloway (Salome), Jordan Shanahan (Jochanaan), Mihails Culpajev (Narraboth), N. N. (Ein Page), Ya-Chung Huang (1. Jude), Gideon Poppe (2. Jude), Andrew Dickinson (3. Jude), Jörg Schörner (4. Jude), Joel Allison (5. Jude), Dong-Hwan Lee (1. Nazarener), Kyle Miller (2. Nazarener), Andrew Harris (1. Soldat), Tobias Kehrer (2. Soldat), Daniel Nicholson (Ein Cappadocier), Gideon Poppe (Ein Sklave), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester), Opernballett der Deutschen Oper Berlin (Ballett)

Laufzeit: So, 22.01.2023 bis Fr, 24.03.2023

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts

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