Jephtha

Georg Friedrich Händel

»Es geschieht, was recht ist!« – Der international renommierte Regisseur Richard Jones widmet sich einer ebenso tiefsinnigen wie virtuosen Barockkomposition: Georg Friedrich Händels Oratorium Jephtha ist eine radikale Befragung der Menschenexistenz mit Arien und Chören von berührender, mitreißender, erschütternder Wirkung – im Orchestergraben interpretiert durch den Barockspezialisten Christian Curnyn.
Er hat es seinem Gott geschworen, er – Jephtha – seinem Herrn; für dessen Hilfe in der Schlacht. Siegreich nun muss Jephtha sein Versprechen halten und opfern, was ihm bei seiner Rückkehr vor dem Haus begegnet. Dies ist Iphis – seine Tochter, sein einziges Kind. Vater und Tochter ringen mit dem schweren Los, mit sich, ihrer Liebe, ihrem Glauben und fügen sich dem Schmerz des Unausweichlichen.
Die ergreifende Geschichte des späteren Richters Jephtha, der seine Tochter als Menschenopfer darbringt, gehört zu den rätselhaftesten Schilderungen des Tanachs, der hebräischen Bibel. Der Frühaufklärer Händel komponierte das Werk auf ein von Thomas Morell verfasstes Libretto und vollendete es – obschon er während der Arbeit unter dem herben Schicksal rascher Erblindung litt – im Februar 1751. Das Oratorium rührt an die Grundkonflikte des Glaubens, des Zusammenlebens, der Vernunft, die das Leben der abhängigen und sterblichen Menschen stets durchziehen. Vielfach wurde das Werk als musikalisches »Testament« des Komponisten bezeichnet. Mit Jubeltönen und schwermütigen, bisweilen »romantischen« Passagen scheint es auf Klänge späterer Generationen vorauszuweisen. Anders als Semele bezaubert Jephtha den Hörer mit innerlichen und mitreißenden Chorpassagen, deren berühmteste den dunklen Ratschlüssen Gottes gewidmet ist. Um schließlich zu einer widersprüchlichen Welt zuzustimmen: »Whatever is, is right!«. Dramatisches Oratorium in drei Teilen [1752]
Libretto von Thomas Morell
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Künstler/Beteiligte: Christian Curnyn (Musikalische Leitung), Richard Jones (Inszenierung), Aletta Collins (Choreographie), Hyemi Shin (Bühnenbild und Kostüme), Simon Berger (Dramaturgie), David Cavelius (Chöre), Andreas Fuchs (Licht), Kresimir Spicer (Jephtha), Ezgi Kutlu (Storgè), Anna Devin (Iphis), Eric Jurenas (Hamor), Philipp Meierhöfer (Zebul), Solist des Tölzer Knabenchors (Angel), Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

Laufzeit: So, 17.05.2020 bis Fr, 03.07.2020

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