Francesca da Rimini

Nach Korngolds Das Wunder der Heliane nahm sich Christof Loy mit Francesca da Rimini für die Deutsche Oper Berlin eine weitere Rarität des beginnenden 20. Jahrhunderts vor, die im Frühjahr 2021 ihre Premiere als Live-Stream erlebte.

Bild 1
  • Francesca da Rimini – Stan Hema
    Stan Hema

    Francesca da Rimini – Stan Hema

  • Riccardo Zandonai: Francesca da Rimini – Ruth Tromboukis
    Ruth Tromboukis

    Riccardo Zandonai: Francesca da Rimini – Ruth Tromboukis

  • Francesca da Rimini: The Making-Of – Ruth Tromboukis
    Ruth Tromboukis

    Francesca da Rimini: The Making-Of – Ruth Tromboukis

  • Francesca da Rimini – Meechot Marrero als Biancofiore, Mané Galoyan als Garsenda, Arianna Manganello als Altichiara, Karis Tucker als Adonella, Dean Murphy als Il Giullare, Amira Elmadfa als Smaragdi Monika Rittershaus
    Monika Rittershaus

    Francesca da Rimini – Meechot Marrero als Biancofiore, Mané Galoyan als Garsenda, Arianna Manganello als Altichiara, Karis Tucker als Adonella, Dean Murphy als Il Giullare, Amira Elmadfa als Smaragdi Monika Rittershaus

  • Francesca da Rimini – Jonathan Tetelman als Paolo il Bello, Sara Jakubiak als Francesca Monika Rittershaus
    Monika Rittershaus

    Francesca da Rimini – Jonathan Tetelman als Paolo il Bello, Sara Jakubiak als Francesca Monika Rittershaus

  • Francesca da Rimini – Monika Rittershaus
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    Francesca da Rimini – Monika Rittershaus

  • Francesca da Rimini – Sara Jakubiak als Francesca Monika Rittershaus
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    Francesca da Rimini – Sara Jakubiak als Francesca Monika Rittershaus

  • Francesca da Rimini – Sara Jakubiak als Francesca, Charles Workman als Malatestino dall’Occhio Monika Rittershaus
    Monika Rittershaus

    Francesca da Rimini – Sara Jakubiak als Francesca, Charles Workman als Malatestino dall’Occhio Monika Rittershaus

  • Francesca da Rimini – Sara Jakubiak als Francesca Monika Rittershaus
    Monika Rittershaus

    Francesca da Rimini – Sara Jakubiak als Francesca Monika Rittershaus

Auch hier steht das Psychogramm einer selbstbewussten, unangepassten Frau im Zentrum, die sich jeglichen moralischen und gesellschaftlichen Zwängen entzieht. …

Dirigent: Ivan Repusic; Regie: Christof Loy; Mit Sara Jakubiak, Ivan Inverardi, Jonathan Tetelman, Charles Workman u. a.

Das Stück:
2018 hatte Christof Loy Erich Wolfgang Korngolds Das Wunder der Heliane gemeinsam mit Marc Albrecht am Pult und Sara Jakubiak in der Titelpartie auf die Bühne der Deutschen Oper Berlin gebracht – eine Produktion, die gleich doppelt ausgezeichnet wurde: als „Wiederentdeckung des Jahres 2018“ von der Zeitschrift „Opernwelt“ und die DVD-Aufzeichnung des Labels NAXOS mit dem OPUS KLASSIK als beste „Operneinspielung 20./21. Jahrhundert“.

Nun folgt eine weitere Zusammenarbeit von Christof Loy und Sara Jakubiak für Riccardo Zandonais Francesca da Rimini. Auch hier steht das Psychogramm einer selbstbewussten, unangepassten Frau im Zentrum, die sich jeglichen moralischen und gesellschaftlichen Zwängen entzieht.

Der 1883 geborene Riccardo Zandonai war Schüler Mascagnis und galt um 1910 als neuer Stern am italienischen Opernhimmel. Sein Verleger Tito Ricordi plante mit ihm eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie eine Generation früher sein Vater Giulio Ricordi mit dem jungen Puccini. Dafür scheute Ricordi keine Kosten und Mühen und erwarb für die neue Oper Zandonais die exorbitant teuren Rechte an einem der Skandalstücke der Zeit: Gabriele D’Annunzios fünfaktiges Drama „Francesca da Rimini“, uraufgeführt 1901 in Rom mit Eleonora Duse in der Titelrolle. Gabriele D’Annunzio hatte mit „Francesca da Rimini“ auf einen Stoff aus Dantes „Göttlicher Komödie“ zurückgegriffen, der im 19. Jahrhundert zum Lieblingsthema der Romantik gehörte. Grausame Leidenschaften, blutige Szenen in Bürgerkriegszeiten, ein in flagranti erwischtes, ehebrecherisches Paar und seine todessehnsüchtige Liebe, schließlich finaler Doppelmord aus Eifersucht: Publikum und Presse waren gespalten, für die Künstler der Zeit wurde D’Annunzios „Poem aus Blut und Wollust“ jedoch mit seiner Ästhetik des Fin de Siècle zur Attraktion.

Der 31-jährige Riccardo Zandonai sah in dem Drama nun die Chance zu einer großdimensionierten Oper, für grelle Farbwechsel und eine musikalische Sprache, die unterschiedlichste Stile und Zeiten amalgamiert: Zwischen Reminiszenzen an die Madrigale der Renaissance, der Härte des Verismo, Wagners Tristan And Isolde als Vorbild und dem französischem Impressionismus eines Debussy findet Zandonai einen ganz eigenen Weg eines europäischen Musiktheaters.

Im Zentrum der Handlung stehen gleich drei Brüder, die sich in dieselbe Frau verlieben: Francesca aus dem Haus der Polenta in Ravenna wird von ihrer Familie aus strategischen Gründen an das Haus Malatesta in Rimini verheiratet. Doch der zukünftige Bräutigam Giovanni, alt und unansehnlich, wagt die Brautwerbung nicht selbst und schickt seinen attraktiven Bruder Paolo vor. Diese Täuschung nicht ahnend, verliebt sich Francesca in Paolo und unterschreibt den Ehevertrag. Im Haus Malatesta lebt sie fortan an der Seite eines ungeliebten Mannes und stürzt sich in eine ambivalente Beziehung zu Paolo zwischen Wut und glühender Liebe. Francesca erscheint als Opfer und Täterin zugleich, als todessehnsüchtig Liebende und machtvolle Verführerin, der auch noch der dritte, sadistisch veranlagte Bruder der Familie erliegt. Das gesamte Potenzial dieser Frauenfigur entfaltet sich als widersprüchlicher und komplexer Charakter, zwischen Hingabe und zerstörerischen Kräften – immer auf der Suche nach dem eigenen Seelenfrieden.

ca. 2 Stunden 45 Minuten / Eine Pause

Künstler/Beteiligte: Ivan Repusic (Musikalische Leitung), Christof Loy (Inszenierung), Johannes Leiacker (Bühne), Klaus Bruns (Kostüme), Olaf Winter (Licht), Jeremy Bines (Chöre), Dorothea Hartmann (Dramaturgie), Sara Jakubiak (Francesca), Alexandra Hutton (Samaritana), Samuel Dale Johnson (Ostasio), Ivan Inverardi (Giovanni lo Sciancato, genannt Gianciotto), Jonathan Tetelman (Paolo il Bello), Charles Workman (Malatestino dall’Occhio), Meechot Marrero (Biancofiore), Elisa Verzier (Garsenda), Arianna Manganello (Altichiara), Karis Tucker (Adonella), Irene Roberts (Smaragdi), Andrew Dickinson (Ser Toldo Berardengo), Dean Murphy (Il Giullare), Patrick Cook (Il Balestriere), Artur Garbas (Il Torrigiano), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chöre), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)

Laufzeit: Fr, 19.05.2023 bis Sa, 03.06.2023

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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