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Die Vorüberlaufenden

Kafkas Text wirft in konzentriertester Form grundlegende Fragen auf zu Zivilcourage, Mitmenschlichkeit und zivilem Ungehorsam und ist hiermit Ausgangspunkt für das Musiktheater Die Vorüberlaufenden.

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  • Die Vorüberlaufenden – Marcus Lieberenz
    Marcus Lieberenz

    Die Vorüberlaufenden – Marcus Lieberenz

  • Die Vorüberlaufenden – Marcus Lieberenz
    Marcus Lieberenz

    Die Vorüberlaufenden – Marcus Lieberenz

  • Die Vorüberlaufenden – Marcus Lieberenz
    Marcus Lieberenz

    Die Vorüberlaufenden – Marcus Lieberenz

Nachts kommt einem in einer Gasse ein Mann entgegengelaufen. Doch soll man ihn ansprechen, benötigt er Hilfe? In seinem kurzen Prosastück „Die Vorüberlaufenden“ beschreibt Franz Kafka eine Situation, die einen herausfordert, zu überlegen, ob man eingreift – und für den Fall, dass man dies nicht tut, zumindest nach Rechtfertigungen hierfür verlangt.

Denn auch wenn der Mann von einem zweiten verfolgt wird, „vielleicht haben diese zwei die Hetze zu ihrer Unterhaltung veranstaltet“, „vielleicht sind es Nachtwandler“ oder gar: „vielleicht hat der erste Waffen?“ Aber sind das nicht alles nur Ausreden, um die eigene Komfortzone nicht verlassen zu müssen? Und kann man nicht ohnehin einmal fragen: „Dürfen wir nicht müde sein?“

Für dieses hat Gerhild Steinbuch fußend auf Kafkas Text ein Libretto geschrieben, das einen mitnimmt in drei alltäglich vertraute Situationen, an einen Aussichtspunkt, eine Bushaltestelle und den Blick aus einer fahrenden Bahn werfend. Scheinbar Banales geschieht hier einschließlich kleiner, selbstverständlicher Gesten der Hilfsbereitschaft.

Doch zunehmend spitzen sich die Situationen zu und in der Wiederholung und Permutation der Szenen wird das Harmlos-Banale zur existenziellen Herausforderung. Beobachter werden zu Beteiligten und die sich hinter Alltagsgeste verbergenden Maximen fordern Konsequenz des Handelns bis in einen Bereich des Politischen hinein, in dem er nicht mehr hilft, jener, wie Gerhild Steinbuch schreibt, „flauschige Mantel der Müdigkeit“.

Die Vorüberlaufenden entstanden ausgehend von einer Idee von Regisseurin Theresa von Halle, die mit der Produktion ihr Debüt an der Deutschen Oper Berlin gibt und deren Arbeiten sich durch eine ganz eigene Verbindung von erzählerischen und bildstarken rauminstallativen Elementen auszeichnen.

Ihr zur Seite steht der Komponist Andrej Koroliov. Er ist Mitbegründer sowie Pianist und Keyboarder des Hamburger Ensembles decoder und verbindet in seinen Stücken Klänge, die so wuchtig-brachial wie fein und klangsinnlich ausgehört sind zu Texturen von hoher Plastizität und theatraler Wirkungsmacht. Und dies in Kompositionen, die sich mit Vehemenz und Scharfblick in und zu Welt verhalten, aus politischer, gesellschaftlicher oder auch individuell-existenzieller Perspektive.

Dauer ca. 90 Minuten / Keine Pause

Künstler/Beteiligte: Vicente Larrañaga (Musikalische Leitung), Theresa von Halle (Inszenierung), Sammy Van den Heuvel (Bühne, Kostüme), Sebastian Hanusa (Dramaturgie), Valeriia Savinskaia (Frau 1), Arianna Manganello (Frau 2), Philipp Jekal (Mann 1), Samueol Park (Mann 2), Johanna Link (Sie 1), Sylvana Seddig (Sie 2), Piotr Prysiaznik (Violine), Johannes Mirow (Violoncello), Ruth Velten (Saxofon), Bernd Mazelka (Posaune), Seth Josel (E-Gitarre), So-Hee Kim (Klavier)

Laufzeit: Fr, 24.09.2021 bis Do, 07.10.2021

Im Rahmen des Monats der zeitgenössischen Musik

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